Cecilia Bengolea, François Chaignaud: «Castor & Pollux»

montpellier

Tanz - Logo

Sie sind die Stars der Stunde. Mit vier Kreationen, einer Art Werkschau, geht es für die beiden französischen Tänzer Cecilia Bengolea und François Chai­gnaud derart hoch hinaus, dass man sich fragt, in welche Gefilde der Hype noch führen mag. Oder wann der Absturz folgt. Mit «Castor & Pollux», soviel steht fest, stellen die beiden einen Höhenrekord der In­door-Perfor­mance auf. Sie inszenieren sich, über dem Publikum schwebend, als Sternbild, wie die Götter. Deus ex machina hieß das bei den alten Griechen.

Lang starren wir nach oben in die Schwärze des Universums oder des Bühnenturms. Orgeltöne dröhnen uns die Ohren voll. Dann treten die Dioskuren der Performanceszene abwechselnd hervor aus Dunkelheit und Nebel. Benommen drehen wir den Kopf, von Kastor zu Polydeukes, oder umgekehrt. In schrillbunt gestylten Bodysuits werden sie zu modernen Engeln. Mit wehenden Haaren rauschen sie abwärts, bis Chaignauds blonde Locken Botticellis Aphrodite evozieren.
 

Die Poesie des Schwebens ist vollkommen. Man liegt am Boden auf Decken, klemmt sich ein aufblasbares Kissen unter den Kopf und gibt sich den Träumen hin, bis man den harten Boden nicht mehr spürt. Von den Gelenkschmerzen, denen sich ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2010
Rubrik: kalender, Seite 44
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Neue Ausgabe von Tanz erschienen

Titel

Dem Zeitalter des Barock verdanken wir den Bühnentanz und die Erfindung des Choreografen.  Die damals opulenten Inszenierungen sind gerade in der Zeit der Krise wieder populär. Ein Streifzug durch Geschichte und Gegenwart. Weiter

Menschen: Corinna Harfouch
Die Schauspielerin hat mit «Der Schmerz» ihr erstes TanzTheater vorgestellt. Und ganz eigene...

dance, subaru!

Auch wenn sich Subaru davor ekelt, vor Angetrunkenen aufzutreten, tanzt sie auf Befehl von Madame Isuzu ein Solo aus «Giselle». Kein Wunder: Beim Palais Garnier in einem verrufenen Viertel Tokios handelt es sich um ein Strip-Lokal, und die Kleine ist gerade neun. Aber ihr Zwillingsbruder liegt im Sterben, und der Traum der beiden war nun mal das Ballett. Ihm zu...

rrungs!

«Rrungs!» von Wanda Golonka ist «eine Raumerkundung». Also erkundschaften wir die Volksbühne in Berlin. Aufwendig werden sechs Gruppen von Zuschauern gebildet. Im Gänsemarsch erschnattern sie den Weg durch die Löcher der Unter- und Hinterbühne zu den Sitzen, dorthin, wo man gute Aussicht hat auf den Mann, der seinen nackten Bauch knetet. Nach ihm treten auf: eine...