cd des monats
Auf der Bühne hat sich «Die Seejungfrau» von Alexander Zemlinsky noch nicht behauptet; das haben die Rechteinhaber verhindert. Inzwischen ist die Schutzfrist abgelaufen, und Mei Hong Lin ist deshalb eine der ers-ten, die in der kommenden Spielzeit am Landestheater Linz die «Fantasie in drei Sätzen» auf ihre Tanzbarkeit testet. Im Konzertsaal taucht «Den lille Havfrue», wie das Kunstmärchen von Hans Christian Andersen im Original heißt, dagegen immer wieder in schöner Regelmäßigkeit auf.
Was wenig verwundert, war die Komposition bei der Uraufführung 1905 weit erfolgreicher als die «Pelleas und Melisande»-Version des Zemlinsky-Schülers Arnold Schönberg, die im selben Programm Premiere feierte.
Beide Werke entstanden unter dem Eindruck des «Till Eulenspiegel» von Richard Strauss, der sich deshalb aus gutem Grund ebenfalls auf der schönen CD-Einspielung findet. Am Ende des 2. Satzes der «Seejungfrau» lässt Zemlinsky das Horn ertönen, das in der sinfonischen Dichtung seines Idols so oft zu hören ist – ein Detail am Rand. Auch sonst ist das Orches-tre Philharmonique du Luxembourg unter Emmanuel Krivine bei der «Seejungfrau» ganz in seinem Element. Schließlich lässt Zemlinsky nicht ...
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Tanz August/September 2016
Rubrik: Medien, Seite 63
von Hartmut Regitz
Am 7. Dezember 1972 drückte der Astronaut Harrison Schmitt auf den Auslöser. Auf dem Weg zum Mond gelang ihm ein Foto der Erde, das zur Ikone wurde: die blaue Murmel. Der technische Fortschritt in Gestalt der Raumfahrt hat dieses Bild ermöglicht. Das Motiv aber ist so beschaffen, dass es diesen Fortschritt auch hinterfragt, weil es die Einmaligkeit unseres...
Ein einziges Mal darf sie es tun. Nicht nur im Takt wippen, sondern auch den Raum erobern, ihn fast ganz durchmessen, mit wiegenden Schritten, mit beinahe ausgelassenen Drehungen, und das ohne Unterstützung der sehnigen, im West End oder in Manhattan gecasteten Kollegen. Cecilia Bartoli tanzt allein – und ist plötzlich ganz bei sich, wie selbstvergessen. Gerade...
Vielleicht ist es so gewesen: «Rodin erfasste mit einem Blick ihren gedrungenen Körper von der etwas unbeholfen aufgesteckten Takashimada-Frisur bis zu den in weißen Strümpfen und Chiyoda-Sandalen steckenden Füßen und drückte ihre kleine feste Hand.»
Irgendetwas an dieser Frau, die da plötzlich in seinem Atelier steht, ist faszinierend. Der Bildhauer wendet...
