west side story
Ein einziges Mal darf sie es tun. Nicht nur im Takt wippen, sondern auch den Raum erobern, ihn fast ganz durchmessen, mit wiegenden Schritten, mit beinahe ausgelassenen Drehungen, und das ohne Unterstützung der sehnigen, im West End oder in Manhattan gecasteten Kollegen. Cecilia Bartoli tanzt allein – und ist plötzlich ganz bei sich, wie selbstvergessen. Gerade weil sich die Opernkönigin bewusst abhebt vom professionell flutschenden Choreografietheater, das sie wie ein wirbelndes Passepartout umgibt. Die «West Side Story» in Salzburg, das ist ein Doppelexperiment.
Erstmals empfängt ein Musical die Weihen des Festivals – auf die pfingstliche Premiere folgt nun die Wiederaufnahme im Sommer. Und dazu erfüllt sich die künstlerische Chefin des Pfingst-Ereignisses, eben die weltweit gefeierte Gesangsvirtuosin Cecilia Bartoli, zum 50. Geburtstag einen Jungmädchentraum: einmal Maria sein.
«Original-Broadwayproduktion von Robert E. Griffith und Harold S. Prince in Übereinkunft mit Roger L. Stevens» – dieser allenthalben annoncierte Passus deutet auf ein Korsett hin: Veränderungen am Welthit von Leonard Bernstein und Stephen Sondheim sind tabu. Philip Wm. McKinley (Regie) und Liam Steel ...
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Zur Rezension in OPERNWELT
Tanz August/September 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 18
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