antwerpen: ioana mona popovici «the amnesic days ...»
Als «Fingerübung» wird die Koproduktion von Ioana Mona Popovici und der Theaterfakultät der Janácˇek-Akademie für Musik und darstellende Kunst in Brünn im Programmheft bezeichnet. Tatsächlich spielen Finger in «The Amnesic Days of the Polar Nights» eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Wie frierend reibt sich Nela Kornetová zu Beginn die klammen Finger. Eingeschneit, scheint das abgelegene Gebirgsdorf völlig vergessen. Drei Überlebende vertreiben sich hier die Zeit. Kaum vorstellbar, dass sich jemals etwas ereignen könnte.
«Es herrscht totale Stille, und es gibt keine Möglichkeit, den Lauf der Zeit aufzuspüren», heißt es. Allein das Mädchen gibt so lange seilhüpfend dem Stück einen Rhythmus vor, bis der alte Mann im Hintergrund, stumm über ein Buch gebeugt, plötzlich lospoltert. Stumm auch der junge Mann zu ihrer Rechten. Umso beredter seine Gesten. Behutsam schiebt er ihr einen weißen Hochzeitsstrauß in den angewinkelten Arm, stellt die Sitzende wieder auf ihre Beine und hofft vergebens auf ihr Entgegenkommen. Nicht einen Augenblick lang nimmt Nela Kornetová seine Liebesbekundung wahr. Stattdessen dreht sie Däumchen. Greift geräuschlos zum Ball.
Alle drei haben einen Zug zum ...
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Tanz Februar 2011
Rubrik: kalender, Seite 35
von Hartmut Regnitz
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