Access to dance
Das Ungewöhnliche an diesem vor gut einem Jahrzehnt in München ausgeheckten Projekt mit Namen «Access to Dance» ist wohl, dass sich hier sieben Spezialisten für Ballett und zeitgenössischen Tanz zusammengesetzt und etwas Nachhaltiges entwickelt haben. Und – ein Wunder − sie kooperieren bis heute, ohne dass auch nur die geringste Auseinandersetzung ruchbar geworden wäre, die die Initiative hätte gefährden können.
Um den Erfolg dieses Bündnisses aus nicht eben einfachen und sicherlich höchst unterschiedlich teamfähigen Akteuren würdigen zu können, muss man allerdings den Status des Tanzes in München Mitte der Nullerjahre mit dem von heute vergleichen (siehe dazu auch tanz 1/17, Auftakt zur Serie über die freie Szene). Und gar noch weiter zurückschauen, auf den Anfang der 1980er-Jahre nämlich, als der seinerzeitige Generalintendant August Everding München in trotziger Behauptung als Tanzstadt ausrufen wollte. Everdings haltloses Vorpreschen vor Augen, wird man einräumen, dass sich bereits um die Jahrtausendwende einiges zum Besseren verändert hatte.
Trotzdem gönnte damals einer dem anderen nicht die Butter auf dem Brot. Was daran lag, dass sich viele Mäuler das nicht eben üppige Brot ...
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Tanz Februar 2017
Rubrik: Praxis, Seite 68
von Eva-Elisabeth Fischer
Längst ist es aus mit der Illusion von Ballett-Fluffigkeit für Noé Soulier. Das Stück hat noch gar nicht richtig angefangen, da ist dieser «fait», dieser Fakt schon mal klar. Die Tänzer seines neuen Stücks «Faits et Gestes» kommen bei der Uraufführung im PACT Zollverein Essen mit einem extra langen Auftritts-Marsch von hinten durch den Zuschauerraum auf die Bühne....
Goyo Montero, gerade läuft eine Audition am Staatsballett Nürnberg. Wie viele Tänzer haben sich beworben? Knapp 300 haben uns geschrieben, 100 habe ich eingeladen. Das bedeutet, wir haben für zwei Positionen fast 300 Videos gesichtet und die Lebensläufe gelesen, um zu sehen, ob diese Leute für unsere Kompanie funktionieren könnten.
Was machen die 200 Leute falsch,...
Dialoge seien eine Kunstform, schreibt Guy Cools. In den 1990ern leitete er das Kunstzentrum Vooruit in Gent. Danach war er als freier Dramaturg etwa für Akram Khan und Sidi Larbi Cherkaoui tätig. Dialoge, so schreibt er weiter, beruhen auf der Kunst des Zuhörens. Die existiere in unserer projektorientierten Kultur nicht mehr, laut Richard Sennett deshalb, weil...
