Interviews
Dialoge seien eine Kunstform, schreibt Guy Cools. In den 1990ern leitete er das Kunstzentrum Vooruit in Gent. Danach war er als freier Dramaturg etwa für Akram Khan und Sidi Larbi Cherkaoui tätig. Dialoge, so schreibt er weiter, beruhen auf der Kunst des Zuhörens. Die existiere in unserer projektorientierten Kultur nicht mehr, laut Richard Sennett deshalb, weil man heute mehr mit seiner eigenen Angst vor «Autorität, Vertrauen und Kooperation» beschäftigt sei als mit seinem realen Gegenüber.
Cools will also zuhören, auch wenn seine Dialoge eher Interviews sind, die unter dem besseren Titel «Body-Language Talks» öffentlich im Sadler‘s Wells in London geführt wurden. Da saßen zwischen 2008 und 2013 erst Khan und Cherkaoui auf dem Podium, am Ende deren Kollaborateure Ruth Little und Antony Gormley, zwischendurch so angesagte Tanzkoryphäen wie Hofesh Shechter und Russell Maliphant. Natürlich haben die Künstler über ihre Arbeit erzählt und nicht der Kunst des Dialogs gefrönt. In Buchform lesen sich ihre Selbstbetrachtungen eher wie ein Nachhall ferner Produktionen. Nur Rosemary Butchers Aussagen wirken zeitlos; sie starb vergangenes Jahr. Ihr ist das Buch gewidmet. Das Niveau der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Februar 2017
Rubrik: Medien Februar 2017, Seite 61
von Arnd Wesemann
Ricardo Fernando trägt die brasilianische Sonne im Herzen. Wenn auf seiner Stirn düstere Wolken aufziehen, ist die Lage ernst. Am Theater Hagen ist die Lage ernst: Intendant, Generalmusikdirektor, Jugendtheaterleiter und mit Fernando nun auch noch der Ballettdirektor und Chef-Choreograf gehen zum Spielzeitende (tanz 12/16 und 1/17). Der 46-Jährige übernimmt in...
Goyo Montero, gerade läuft eine Audition am Staatsballett Nürnberg. Wie viele Tänzer haben sich beworben? Knapp 300 haben uns geschrieben, 100 habe ich eingeladen. Das bedeutet, wir haben für zwei Positionen fast 300 Videos gesichtet und die Lebensläufe gelesen, um zu sehen, ob diese Leute für unsere Kompanie funktionieren könnten.
Was machen die 200 Leute falsch,...
Als Tänzer tritt er heute nur noch wohldosiert in Erscheinung. Der Bühne bleibt er dennoch treu. Mikhail Baryshnikov widmet seine beeindruckende Erfahrung als Performer inzwischen vornehmlich anderen Projekten – aktuell zu Ehren seines Freundes, des exilierten russischen Dichters Joseph Brodsky, der 1996 verstarb.
Für die Produktion «Brodsky/Baryshnikov», in Szene...
