Der 33. Prix de Lausanne
Die Jury ließ sich vom Publikum nicht beeindrucken. Das hatte dem 17-jährigen Ukrainer Zherlin Ndudi nach jedem Auftritt begeisterten Beifall gespendet. Es bejubelte dessen kecken Korsar und die mit kühler Präzision getanzte zeitgenössische Variation, dann die freie Darbietung «Hummelflug» (Choreografie: Anzelika Cholina). Die präsentierte Ndudi akrobatisch, virtuos, auch komisch und ließ ihn im Théâtre de Beaulieu bereits als sicheren Sieger des 33. Prix de Lausanne (23. - 30.1. 2005) erscheinen. Doch die neunköpfige Jury unter Leitung von Jean-Pierre Bonnefoux entschied anders.
Sie wählte Eleganz statt Temperament und kürte die 16-jährige Yu Jin Kim zum Star. Ndudi, der als Schüler der Heinz-Bosl-Stiftung in München weilt, wurde Zweiter. Die Koreanerin Kim tanzte nobel präzis die Variation aus dem «Tableau du rêve» der «Raymonda». Auch ihre zeitgenössische Interpretation von Nicolo Fontes «Like Leaves» war sauber und fließend, nur weniger publikumswirksam. Seit Jahren stehen die jungen Frauen beim Prix bezüglich Showeffekten im Schatten der Männer, die in den zweiminütigen Variationen beherzte Helden darstellen dürfen, während ihre Konkurrentinnen meist auf charmante ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
In die heimelige Atmosphäre des gediegen restaurierten Görlitzer Theaters, stellt Franz Huyer seinen intimen Dreiteiler, dem das Schluss-Stück den Titel gibt: «Boléro». Um den inneren Zusammenhalt der gegensätzlichen Themen zu wahren, hat er auch selbst die Ausstattung entworfen. Auf Diagonalschräge trennt ein lamellierter grauer Vorhang die Szene in ein Davor und...
Ein Ballett als Kampfansage? Fünfhundert, so liest man tags drauf in der Zeitung, scheren aus der Gegendemo aus und spurten durch die Innenstadt. Ihr Ziel: der Bahnhof, Treffpunkt der Neonazis, die sich an diesem Samstag zum Zug durch das Stadtzentrum versammelt haben. Von mindestens ebenso vielen Polizisten erwartet, fliegen Flaschen, jede Menge Steine – auch...
London’s Barbican Theatre recently presented works by African choreographers Vincent Mantsoe, Seydou Boro and Ariry Mahefasoa Mohoatrarivo Andriamoratsiresy. Similarly, 651 ARTS in Brooklyn, New York, showcased the African artists Compagnie Konga Ba Téria, Sello Pesa and, again, Ariry Mahefasoa Mohoatrarivo Andriamoratsiresy. The most provocative aspect of these...
