Die Norm der Form

Franz Huyer: «Boléro» in Görlitz

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In die heimelige Atmosphäre des gediegen restaurierten Görlitzer Theaters, stellt Franz Huyer seinen intimen Dreiteiler, dem das Schluss-Stück den Titel gibt: «Boléro». Um den inneren Zusammenhalt der gegensätzlichen Themen zu wahren, hat er auch selbst die Ausstattung entworfen. Auf Diagonalschräge trennt ein lamellierter grauer Vorhang die Szene in ein Davor und ein schwarzes Dahinter. Das Davor mit seinem gekreuzten blauen Bodenbelag ist eine geschlossene Krankenanstalt, in der Candelas nach dem Tod ihres Geliebten unter Gleichgestimmten dahindämmert.

Lucia, eine Leidensgenossin der Candelas, will als Handlangerin des Untoten dem maladen Mädchen helfen: Sie drapiert die Verstörte in ihrem Anstaltsweiß zur Braut und erhängt sie an einer Art Über-Tropf. Im Tod seien wahre Liebende ewig vereint.
Endet de Fallas düsterer «Liebeszauber» im Original tröstlich, so lässt Huyer alle Hoffnung fahren: durch Vorhang-Projektionen, eine ins Endlose führende Brücke. Klappen die Lamellen auf, erkennt man schemenhaft den Tanz der Außenwelt, wie er die Duette im Anstaltsbereich grundiert. Die – wie der ganze Abend – auf halbe Spitze gestellte Choreografie bemüht sich um unprätentiösen Ausdruck, ...

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Tanz März 2005
Rubrik: On Stage, Seite 40
von Volkmar Draeger

Vergriffen
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