Turnen für Russland
Im Zentrum von Olga Ponas Tanzstück «Does The English Queen Know What Real Life Is About?», uraufgeführt im Mai 2004 in der Heimat ihres Tanztheaters in Chelyabinsk knapp hinterm Ural, steht ein Gerüst. Daran lässt sich trefflich turnen. Seitlich führen Stahlleitern auf ein schräges, mit kreisrunden Durchschlüpfen versehenes Flachdach, von dem kräftige Schlingen, in die man den Körper oder einzelne Glieder betten kann, in den offenen Innenraum herabhängen.
Zu Beginn hieven fünf Männer die kerzengerade ausgestreckten Körper von vier Frauen auf die Szene und aufs Dach, wo sie sich räkeln und strecken. Den Männern gehört erst die zweite Sequenz des Stücks. Während die Musik von R. Ikeda und R. Dubinnikhov pfeift und zischt, brodelt und rülpst geht es auch hier turnerisch zu, auch wenn sie auf dem Bühnenboden bleiben. Nur zeitweise vollführen die Frauen ihre Bodenübungen gemeinsam mit den Männern, ehe sie sich, am Ende des 45-Minuten-Stücks, alle ins Gerüst begeben und zärtliche Zweisamkeit vorführen. Auf einem Video im Hintergrund fährt die Kamera über eine karge Landschaft; dann schreiten russische Menschen in ländlich-plumper Winterkleidung daher, ehe sie gemeinsam ihre Holzlöffel ...
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