Letters From Tentland

Helena Waldmann eröffnete das iranische Fadjr-Festival als erste Choreografin aus dem Westen. Nach zwei Try Outs in Hannover und München bestand ihr Stück über sechs Frauen in sechs tanzenden Zelten die Feuerprobe in Teheran. Edith Boxberger war vor Ort

Tanz - Logo

Sie sind offenbar nichts Besonderes im Iran, die kleinen, konisch zulaufenden Zelte, die überall, in Städten, neben Straßen, am Strand aufgeschlagen werden und gleichermaßen als Zuhause, als Freizeit-Oase und weibliches Séparée dienen. Auf den großformatigen Bildern, mit denen das Stück beginnt, sehen ihre Binnenräume weit aus, mehr Vision als Wirklichkeit. In einer Reihe dicht an der Bühnenrampe wirken sie dagegen wie eine Phalanx. Nur schwach erkennt man hinter kleinen fensterartigen Öffnungen Gestalten.

 Die Töne aber, einzelne Klopfzeichen und Rufe, die nach einer Weile zu hören sind, vereinigen sich zu einem schrillen Crescendo, das die Wände der Zelte durchbricht und im großen Konzertraum der Vahdat-Hall in Teheran vielstimmig widerhallt.
Öffnung heißt das Zauberwort, mit dem das diesjährige Fadjr-Festival noch stärker um die seit einigen Jahren steigende Aufmerksamkeit werben will, wie der Minister für Kultur und religiöse Führung Ahmad Masjed-Jamei in seiner Grußbotschaft unterstrich, eine Geste, deren politisches Kalkül in den Tagen der Kriegsspekulationen eine zusätzliche Bedeutung erhält. Noch mehr internationale Produktionen als bisher waren eingeladen, Regisseure und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2005
Rubrik: Premiere, Seite 8
von Edith Boxberger

Vergriffen
Weitere Beiträge
Euro-Disney-Hindu-Pop

Seit «Back To The Present» gilt Constanza Macras als Shooting Star der  deutschen Tanzszene. Auch wenn die Darsteller sich am Ende mit Plüschtieren bewerfen: die wüste Collage ist mehr als ein hemmungsloses Bekenntnis zum Trash. Wann hatte man schon mal ein Tanzensemble gesehen, das sich so lustvoll und wütend am Komplex «Kapitalismus und Regression» abgearbeitet...

Sasha Waltz inszeniert ihre erste Oper

Ein Sprung ins kalte Wasser. Buchstäblich. Nicht nur, weil Sasha Waltz mit der freien Kompanie Sasha Waltz & Guests aus der Schaubühnen-Einengung zu ihren flexibleren Ursprüngen zurückkehrt. Jetzt hat sie mit Henry Purcells Oper «Dido & Aeneas» den lang angedachten Schritt hin zum Musiktheater gewagt. Und lässt ihre Tänzer gleich zu Beginn in ein bühnenfüllendes...

Balanchine’s birthday present

This year‘s premier night of ice and blowing snow seemed more like one in Balanchine‘s native St. Petersburg than anything else.
Wheeldon's poetically titled ballet, “After The Rain,“ at the New York City Ballet is an approximately 15 minute, 2-part work, set to as many sections of music by Estonian composer Arvo Pärt. Both compositions are in his tintinnabuli mode,...