Sasha Waltz inszeniert ihre erste Oper

Sasha Waltz hat ihre erste Oper inszeniert. Manuel Brug ist begeistert, weil die Choreografin die Oper choreografiert hat

Tanz - Logo

Ein Sprung ins kalte Wasser. Buchstäblich. Nicht nur, weil Sasha Waltz mit der freien Kompanie Sasha Waltz & Guests aus der Schaubühnen-Einengung zu ihren flexibleren Ursprüngen zurückkehrt. Jetzt hat sie mit Henry Purcells Oper «Dido & Aeneas» den lang angedachten Schritt hin zum Musiktheater gewagt. Und lässt ihre Tänzer gleich zu Beginn in ein bühnenfüllendes Aquarium gleiten, ein feuchtes Schwimmspiel auf der Suche nach dem versunkenen Karthago.
Leichtigkeit, Neugier, ironische Distanz.

Das zeichnet Sasha Waltz’ Opern­annäherung aus, die im Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg Premiere hatte, koproduziert mit Montpellier und der Berliner Lindenoper. Der ideale Anfang: Purcells eine Stunde kurze mythologische Oper um die afrikanische Königin Dido, die dem Troja-Flüchtling Aeneas Unterschlupf in der royalen Liegestatt gewährt; gegen die Götter aber die Kürzere zieht, weil doch Aeneas ausersehen ist, Rom zu gründen. Gemeinsam mit dem feinfühlig wie hauchzart stimulierenden Dirigenten Attilio Cremonesi hat Waltz die verlorene Musik des Prologs durch andere Purcell-Stücke ersetzt, fehlende Tänze ergänzt und mit stummen Szenen die Sollbruchstellen in der atemlosen Opernsage betont, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2005
Rubrik: Magazin, Seite 12
von Manuel Brug

Vergriffen
Weitere Beiträge
Der Performance-Musiker

Noch einer, der seine Koffer packt. Alexander Frangenheim, Bassist und Spezialist für improvisierte Musik, will spätestens im Sommer den Umzug von Stuttgart nach Berlin schaffen. Eine Häutung habe er hinter sich, so Frangenheim: «In Berlin gibt es eine große offene Szene. Ich habe mich sofort zu Haus gefühlt, weil ich Tänzer und Musiker treffe, mit denen ich was zu...

Balanchine’s birthday present

This year‘s premier night of ice and blowing snow seemed more like one in Balanchine‘s native St. Petersburg than anything else.
Wheeldon's poetically titled ballet, “After The Rain,“ at the New York City Ballet is an approximately 15 minute, 2-part work, set to as many sections of music by Estonian composer Arvo Pärt. Both compositions are in his tintinnabuli mode,...

Antony Rizzi

Why do people dance? Why do choreographers make dances? When can they become honest with themselves as to why they must create? Who is it for? And if only for oneself then what a waste of money, no? When will old fashioned ideas about how to run a ballet company die away? When will ballet dancers be given responsibility and allowed to be adults? When will ballet...