Sasha Waltz inszeniert ihre erste Oper
Ein Sprung ins kalte Wasser. Buchstäblich. Nicht nur, weil Sasha Waltz mit der freien Kompanie Sasha Waltz & Guests aus der Schaubühnen-Einengung zu ihren flexibleren Ursprüngen zurückkehrt. Jetzt hat sie mit Henry Purcells Oper «Dido & Aeneas» den lang angedachten Schritt hin zum Musiktheater gewagt. Und lässt ihre Tänzer gleich zu Beginn in ein bühnenfüllendes Aquarium gleiten, ein feuchtes Schwimmspiel auf der Suche nach dem versunkenen Karthago.
Leichtigkeit, Neugier, ironische Distanz.
Das zeichnet Sasha Waltz’ Opernannäherung aus, die im Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg Premiere hatte, koproduziert mit Montpellier und der Berliner Lindenoper. Der ideale Anfang: Purcells eine Stunde kurze mythologische Oper um die afrikanische Königin Dido, die dem Troja-Flüchtling Aeneas Unterschlupf in der royalen Liegestatt gewährt; gegen die Götter aber die Kürzere zieht, weil doch Aeneas ausersehen ist, Rom zu gründen. Gemeinsam mit dem feinfühlig wie hauchzart stimulierenden Dirigenten Attilio Cremonesi hat Waltz die verlorene Musik des Prologs durch andere Purcell-Stücke ersetzt, fehlende Tänze ergänzt und mit stummen Szenen die Sollbruchstellen in der atemlosen Opernsage betont, ...
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