Jenseits

Das 240-Tonnen-Ballett ist in Wahrheit nicht ganz so schwer. In St. Petersburg zu Hause, macht der Fotograf Olaf Martens die Kompanie bekannt ­— durch ein Bild, das um die Welt ging

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Etwas übertrieben nennen sie sich das 240-Tonnen-Ballett,
die drei Damen aus St. Petersburg, die im Palast des Grafen Ivan Shuvalovskij mit ansehen müssen, wie ihnen Models von Rang die frisch bestellte Mahlzeit wegessen. Die Location, sie wurde zum Zeitpunkt der Aufnahme restauriert, war zur Zarenzeit ein Ballsaal der Petersburger High Society aus dem Umfeld der Akademie der Künste. Hier fanden rauschende Ballnächte statt und legendäre Fress­gelage für bis zu 1200 Gäste.
Es gab eben Zeiten, da gehörten Tanz und Cuisine noch zusammen.

Oder wie es eine der drei, Marika Tamash, nennt: «Die einen leiden unter zwei Kilo mehr Gewicht, die anderen springen mit hundert Kilo über die Bühne – wer hat wohl mehr vom Leben?» Der bekannte Leipziger Fotokünstler Olaf Martens wollte natürlich diesen Ort, um die 240 Tonnen, die durch den Choreografen Boris Moiseyev weltbe­rühmt wurden, in Ikonen zu verwandeln. Allerdings ist das Bild inzwischen  bekannter als die russische Ballettgruppe selbst. Es erzielt auf dem Fotomarkt Spitzenpreise und erschien zuletzt im Band «Masken und Fassaden» von Olaf Martens bei Arnold’sche Art Publishers, Stuttgart-New York 1993, der den ersten Preis des Deutschen ...

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Tanz März 2005
Rubrik: Jenseits, Seite 78
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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