drei dekaden: Montpellier danse(s)

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Falls ein Festival nur lange genug überlebt, kann man dessen Kurator wie einen Künstler betrachten und das Festival als ein Werk, das diverse Perioden ­duchlief. «Montpellier Danse» wurde im Sommer dreißig Jahre alt, und sein Leiter Jean-Paul Montanari bat die ­Tanzjournalisten, das Spiel seiner Inspiration zu analysieren. Siehe da: Säuberlich lassen sich Dekaden unterscheiden.

Die Gründerjahre heißen «Les années Bagouet», eine schwarzweiße Bildergalerie als  bewegende Studie des frühen Schaffens von Regine Chopinot, Philippe Decouflé, William Forsythe und natürlich Dominique Bagouet, der 1993 an AIDS verstarb. Die jüngste Dekade, ab 2000, heißt «Les années Monnier», frei nach Mathilde, die mit ihrem «Potlatch» das Signal dazu gab, den Tanz neu zu hinterfragen. Boyzie Cekwana, Robyn Orlin, La Ribot oder Raimund Hoghe (siehe S. 8) traten ins Rampenlicht, ebenso der Hip-Hop. Deutlich zeigen die Fotos, wie sich der Körper, auch der nackte, in den Mittelpunkt der Selbstanalyse schob. Im Zentrum der Chronologie aber thronen, eingerahmt, «Les années Montanari». Ab 1991 halten thematische Schwerpunkte Einzug, politischer Diskurs, Blicke nach Afrika, Asien oder ­Israel, Kolloquien und ...

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Tanz Dezember 2010
Rubrik: medien, Seite 58
von Thomas Hahn

Vergriffen
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