zum tier werden

Mit dem Philosophen Giorgio Agamben macht sich der italienische Choreograf Virgilio Sieni gemeinsam auf die Suche nach dem Sinn der alten Tänze, die noch das Gegenteil von Arbeit darstellten. Nun gastiert er in Berlin mit «Tristi tropici».

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Sie sagten, die Idee zu Ihrem neuen Stück nach dem gleichnamigen Buch von Claude Lévi-Strauss, hätten Sie während eines Gesprächs über Tanz, Couscous und die «Unarbeitsamkeit des Körpers» mit dem Philosophen Giorgio Agamben gehabt. Ungewöhnlich, dass ein Philosoph Ihr Dramaturg wird. Wie kam es dazu?
Unsere Zusammenarbeit begann 2008 beim Stück «La natura delle cose» nach Lukrez. Er kannte einige meiner Arbeiten und hatte offensichtlich Lust, Tanz auch aus der Nähe zu erleben.

Damals war unser Ausgangspunkt die Figur der Venus, die entzücken und gleichzeitig schockieren kann. Andere Themen, die uns verbinden, sind die Suche nach neuen Körperbildern, etwa die Wiederentdeckung der tierischen Dimensionen im Tanz. Für «Interrogazioni alle vertebre» in Avignon haben wir in dieser Richtung intensiv weitergearbeitet. Wie etwa kann man Teile und Funktionen des Körpers so deaktivieren, dass man sie neu entdecken kann? Diese Arbeit hat uns so nah zusammengebracht, dass ich ihn heute einen Tänzer-Philosophen nennen darf.

Was meinen Sie mit dem Deaktivieren des Körpers?
Es geht um die Deaktivierung mentaler Strukturen, die die Bewegung anführen und sie bestimmen. Es ist so, wie von Neuem das ...

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Tanz Dezember 2010
Rubrik: menschen, Seite 18
von Elena Basteri

Vergriffen
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