zürich: Thomas Hauert «You’ve changed»
Eine Aufführung einfach sympathisch zu finden, ist eigentlich das Schlimmste, was man über sie sagen könnte. Genau dieses Gefühl aber hat «You’ve changed» von Thomas Hauert nach seiner Premiere in Lissabon hinterlassen. Tänzer, frei von geschlechtlicher Zuschreibung, sind mit frei fließenden Bewegungen auf der Bühne unterwegs, während dieselben Tänzer noch einmal deutlich zeitverzögert auf einer Leinwand zu sehen sind. Hauert misst diesem Widerstreit von realen und gefilmten Tänzen nur wenig Konkurrenz zu.
Er mindet sie allein dadurch, dass er entgegen des Trends eines immer virtuoser werdenden zeitgenössischen Tanzes das rohe, einprägsame Bewegungsidiom bevorzugt.
Tanz ist hier, was er ist: ohne tiefere Bedeutung. Nirgendwo birgt er ein Bild, allenfalls eins der Zerbrechlichkeit. Trotz oder wegen der Projektion finden wir die Tänzer dem Raum wie ausgeliefert.
Ratlos wird der Betrachter dadurch nicht. Die Tänzer werfen schematisch wirkende Bewegungen in den Raum, lassen aber untereinander keinerlei Verbindung erkennen. Die Vervielfältigung der Bewegungen über die Leinwand suggeriert weder einen Anschein von Masse, wie es etwa in «Accords» der Fall war, noch hat sie einen ...
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