marlúcia do amaral
Riesige Sonnenbrille, feuerrote Lippen, hautenges, bodenlanges Sommerkleid und hohe Hacken. Wenn Marlúcia do Amaral zur Arbeit geht, wird die Heinrich-Heine-Allee in Düsseldorf zum Laufsteg. Die Brasilianerin bewegt sich ganz bewusst so, dass sich mancher Passant nach ihr umsieht. Eine Diva eben.
Wochen später die direkte Begegnung beim Gespräch. Da sitzt im Foyer der Deutschen Oper am Rhein keine Person mit Starallüren vor mir, sondern eine Kind-Frau: natürlich, ungezwungen, erwartungsvoll. Sie trägt einen bunten Rollkragenpulli und Jeans.
Diese Frau eine Diva? Wie sieht Marlúcia do Amaral sich selbst? Sie lacht, erzählt von engen Freunden, die ihr sagen: «Marlu, du bist eine richtige Diva, aber du benimmst dich nicht so.» Aber: «Wenn ich die Diva als eine Rolle in mir trage und für sie Verantwortung habe, dann schon. Auf der Bühne weiß ich, dass ich eine gerade Achse haben muss, einen gewissen Ausdruck einnehmen und mich präsentieren muss. Das Publikum erwartet das von einer Ballerina.» Die energiegeladene Südamerikanerin bedient das nur allzu gern.
«Im Showbiz», sagt sie, «gibt es Künstlerinnen, die vor einer Premiere Champagner in ihrer Garderobe verlangen. Aber in der ...
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