stuttgart: Christian Spuck «Poppea//Poppea»

Tanz - Logo

Kaum ist die Anfangssequenz vorbei, ahnt man: Christian Spucks «Poppea//Poppea» wird alles andere als ein Ballett mit vorhersehbarem Handlungsstrang sein. Zu Beginn stellt eine Tänzerin (Marianne Illig) in lakonischer Kürze die sechs Hauptpersonen des Dramas vor – eine Ziffer und zwei, drei kurze Sätze müssen genügen. So hat selbst der, der den historischen Hintergrund nicht kennt, elementare Informationen, um dem Bühnengeschehen eine Geschichte unterlegen zu können.


 

Spuck, noch zwei Spielzeiten lang Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts, ehe er die Leitung des Zürcher Balletts übernimmt, hat seine Choreografie für das lokale Konkurrenzensemble kreiert, für Gauthier Dance, beheimatet am Stuttgarter Theaterhaus. Die kleinere Kompanie, die kleinere Bühne scheinen ihn beflügelt zu haben zu einem entfesselten Handlungsballett, das sich locker über narrative Strukturen erhebt, ohne den Plot aus den Augen zu verlieren: hierin vergleichbar Marco Goeckes vier Wochen zuvor ebenfalls in Stuttgart uraufgeführtem «Orlando». Natürlich ist es im choreografischen Zugriff ganz anders gelagert, doch ebenso wirkungsmächtig.

Inspirieren ließ sich Spuck von Claudio Monteverdis letzter Oper ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2010
Rubrik: kalender, Seite 53
von Klaus Kieser

Vergriffen
Weitere Beiträge
rücktritt: Bernd Schindowski

teilte Ende August mit, dass er seinen Vertrag mit dem Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen nicht bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit erfüllen werde. Der nach John Neumeier am längsten amtierende Ballettdirektor Deutschlands – Schindowski trat 1978 in Gelsenkirchen an – wäre 2013 regulär in Ruhestand gegangen, nun hört er zum Ende der laufenden Spielzeit auf....

cottbus: Johann Kresnik

ist wieder da. Darmstadt hebt am 5. November seine «Ulrike Meinhof» in den Spielplan, eine widerborstige Kritik an Deutschlands Umgang mit dem damals so getauften Terror. In Cottbus tritt er wieder selbst an, zum 225. Geburtstag des Fürsten von Pückler-Muskau, dessen «Pückler-Eis» jedes Kind kennt. Seine Schlösser und Parks in Bad Muskau und Cottbus-Branitz, seine...

krabbler & kribbler

Was würden Tiere uns wohl sagen, wenn sie wüssten, welch schlechtes Image sie haben, ob in geflügelten Worten oder im Blick der Philosophen? Primitiv seien sie, auf Instinkte, Konsum und Überleben fixiert. Selbst der Philosoph Giorgio Agamben meint noch in seinem Essay «Das Offene. Der Mensch und das Tier» von 2003, der Mensch müsse erst das animalische Restrisiko...