tino sehgal
Tino Sehgal, was bekommen wir im Haus der Berliner Festspiele und im Martin-Gropius-Bau zu sehen? Im Haus der Berliner Festspiele wird «This Progress» gezeigt, das schon im Guggenheim in New York und auf der Agora in Athen zu sehen war. Im Gropius-Bau gibt es eine Art Werkschau im Lichthof und den angrenzenden Räumen. Da gehen meine einzelnen Werke ineinander über, im Grunde wie Szenen.
Waren das bei «This Progress» nicht Menschen verschiedenen Alters, die den Besucher immer wieder mit der Frage nach dem Fortschritt konfrontieren? Genau.
Die Besucher werden von einem Kind gefragt: Was ist Fortschritt? Und dann wird, ausgehend von ihrer Antwort, dieses Gespräch weitergeführt von Teenagern, Erwachsenen und Senioren. Dieser Fortschrittsgedanke reicht zurück in die Zeit, als Museen regelrechte Habitualisierungs-Maschinen waren. Sie wurden ja auch erfunden, um eine lineare Idee von Zeit, von Fortschritt zu vermitteln, die vor 300 Jahren in der Gesellschaft noch gar nicht verankert war. Ein lineares Zeitverständnis ist nicht selbstverständlich. Es muss körperlich eingeübt werden, und klassische Museen verräumlichen ein solches lineares Verständnis von Zeit: Man läuft durch Räume, die ...
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Tanz Juli 2015
Rubrik: menschen, Seite 28
von Arnd Wesemann
Das Tokyo Ballet setzt im Jahr seines 50. Jubiläums eine ambitionierte Aufführungsserie fort, mit Werken von Maurice Béjart und einigen Neumeier-Kreationen. Den unbestrittenen Höhepunkt dieser Reihe bildet «La IXe Symphonie», Béjarts Choreografie zu Beethovens Neunter, die, gemeinsam mit dem Béjart Ballet Lausanne aufgeführt, ein symphonisches Ballett ergibt, das...
Allein schon das Bühnenbild kann sich sehen lassen. Eno Henze, ein Berliner Künstler, hat es entworfen. Wuchtig in seiner Wirkung und zugleich beweglich, gibt es der Alt-Saga «Tristan + Isolde» auf abstrakte, aber wandelbare Weise Raum. Von Bert Dalhuysen ingeniös beleuchtet, scheint alles in der Schwebe, besitzt aber Atmosphäre genug, die Schauplätze aufs...
Wenn ich mir auch nicht so ganz sicher bin, was mich choreografisch mit Anna Halprin verbindet, so hat die Begegnung mit ihr und die Beschäftigung mit ihrer Arbeit mir auf
alle Fälle Lebenswahrheiten gespiegelt und vermittelt – die zwar irgendwie bekannt sind, mich aber trotzdem zu echtem Nachdenken, vielleicht gar Umdenken angeregt haben.
Beispielsweise habe ich...
