dresden
Allein schon das Bühnenbild kann sich sehen lassen. Eno Henze, ein Berliner Künstler, hat es entworfen. Wuchtig in seiner Wirkung und zugleich beweglich, gibt es der Alt-Saga «Tristan + Isolde» auf abstrakte, aber wandelbare Weise Raum. Von Bert Dalhuysen ingeniös beleuchtet, scheint alles in der Schwebe, besitzt aber Atmosphäre genug, die Schauplätze aufs Unterschiedlichste zu lokalisieren.
Eine Balance, die ganz dem ästhetischen Erscheinungsbild der Uraufführung entspricht.
Selbst wenn sich David Dawson gleich zu Anfang eine überfallartige Szene gestattet, kraftvoll viril und mit einem bisweilen brutalen Ansatz, choreografiert er durchweg neoklassisch, geschmeidig in eher abstrahierenden Gesten und mit einer Bewegtheit, die gleichwohl etwas Statisches hat: Das mag in sich vollendet sein, in seiner konzentrierten Schönheit stimmig, ermöglicht aber dem Stück nicht unbedingt die Sprengkraft, die ein so konfliktträchtiges Sujet letztlich braucht. Alles wirkt hier stromlinienförmig geglättet, bis in die floral verschlungenen Arme hochstilisiert. Lediglich bei Isoldes Solo, vor allem aber in den vier Pas de deux von Tristan und Isolde findet der Tanz zur erhofften Tiefe und zu jener ...
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Tanz Juli 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Hartmut Regitz
dvd_________
darcey bussell
In den 1970er- und 1980er-Jahren gab es von der BBC immer wieder mal diese seriösen, aufwändig gemachten Tanzdokumentationen mit Margot Fonteyn. Mit vielen Archivschnipseln, Interviews, Karrierezeugnissen – und vor allem mit Dame Margot höchstpersönlich als ewig eleganter, ewig lächelnder TV-Gastgeberin. Daran fühlt man sich jetzt...
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Tänzer haben’s gerne warm. Das Training beginnt morgens in Beinwärmern, Stulpen, Socken, Overalls oder Sporthosen, in den Pausen wickelt man sich in Selbstgestricktes und zieht die dicken, gefütterten Dance Booties über die Füße. Zoulfia Choniiazowa dagegen betritt um neun Uhr morgens einen kleinen Raum, in dem minus 110 Grad herrschen, eine Temperatur, wie sie auf...
