chillen in der kälte

In fünf Minuten arktisch erfrischt: Die Tänzer des Mannheimer Kevin O´Day Balletts tanken Energie in der Kältekammer.

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Tänzer haben’s gerne warm. Das Training beginnt morgens in Beinwärmern, Stulpen, Socken, Overalls oder Sporthosen, in den Pausen wickelt man sich in Selbstgestricktes und zieht die dicken, gefütterten Dance Booties über die Füße. Zoulfia Choniiazowa dagegen betritt um neun Uhr morgens einen kleinen Raum, in dem minus 110 Grad herrschen, eine Temperatur, wie sie auf der Erde gar nicht vorkommt.

Im Bikini, eingehüllt in dampfende Atemwolken, wandelt die Mannheimer Tänzerin langsam einige Minuten durch diese außerirdische Kälte und kommt dann nicht etwa zitternd heraus, sondern frisch und fröhlich, geradezu euphorisch.

Das Kevin O’Day Ballett ist die erste deutsche Tanzkompanie, die ihre Tänzer in die Kälte schickt. Seit Dezember gibt es im Gebäude der Physiotherapiepraxis, mit der das Ballett des Mannheimer Nationaltheaters zusammenarbeitet, auch ein hochmodernes Kältekammersystem, das von den Tänzern weidlich genutzt wird, so wie an diesem Morgen. Zoulfia Choniiazowa packt zunächst alles warm ein, was erfrieren könnte: Zum Bikini zieht sie Handschuhe, dicke Plastikschuhe und einen Mundschutz an, ein breites Stirnband oder eine Mütze bedeckt die Ohren. Die Anlage selbst sieht eher ...

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Tanz Juli 2015
Rubrik: praxis, Seite 68
von Angela Reinhardt

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