Stichprobe: eine Coreografia del Cordel
So viel Abschied war noch nie. Eigentlich ist die «Coreografia del Cordel» mit dem Beifall des Publikums längst zu Ende, doch ein Paar kann nicht voneinander lassen. Ein weiteres Mal fallen sich Sonia Pedroso und Lair Assis in die Arme. Da ein Ciao. Dort ein «Coco». Im Vorbeigehen ein Küsschen. Ein letztes Lebewohl. Immer wieder neue Varianten des Verlangens erfindend, verzögern die beiden ihre Trennung bis zum Überdruss.
Und erst dann kommt das Stück zu seinem schönsten Schluss: Per Handschlag empfiehlt sich das Ensemble seinem Publikum, und wer im Carreau du Temple zu Paris bis zuletzt ausgeharrt hat, wird von den Tänzern und Tänzerinnen vor ihrem Abgang auf das Herzlichste umhalst.
Das kann kein Zufall sein, und die Choreografie scheint denn auch aus dem Stoff, aus dem das Leben ist. Wochenlang haben die Künstler aus dem brasilianischen Belo Horizonte die Existenzbedingungen im Norden von Minas Gerais erforscht. Was sie dabei an Emotionen und Ereignissen kennen gelernt haben, kehrt in verwandelter Gestalt in einem Stück wieder, das nicht einfach von Kinderprostitution handelt, von Armut und erschreckender Einsamkeit, sondern Wahr- und Wirklichkeit in einfühlsame, auch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ea Sola, sie kündigten vor vier Jahren Ihren Abschied vom Tanz an und kehrten Europa den Rücken. Heute melden Sie sich zurück. Wichtige Personen wiesen mich darauf hin, dass es ein Fehler sei, «Requiem» zu meinem letzten Stück zu erklären. Die Warner hatten Recht. Man wird so schnell aus dem Kreis der Eingeweihten verstoßen....
The list of international applicants was impressive and it is to Wayne Eagling’s credit that he has now secured this important post: becoming the new leader of English National Ballet, Britain’s largest touring company. His tenure at the Dutch National Ballet has given him the experience of running a major national company and may have proved the deciding factor in...
Pasolini nennt ihn einfach einen «Besucher». Bei Silvana Schröder steht «der Fremde» zugleich auch für «das Fremde»: ein Engel, den möglicherweise der Himmel schickt, ein Katalysator vielleicht wie einst bei Cranko, der durch seine Existenz alles verändert, erklärtermaßen aber das Fremde, durch das sich das Stück fokussiert. Irgendwann erscheint Mario Perricone,...
