newcomer, nachruf, abschied
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léonore baulac
Was für ein betörender Anblick: In «Haut vol», einem Kurzfilm von
Louis de Caunes und Benjamin Millepied, dem neuen Direktor des Pariser Opernballetts, tanzt Léonore Baulac mit Allister Madin auf dem Dach des Palais Garnier. Schnitt, schon ist sie hinter der Bühne zu sehen, rücklings vor dem Perlenschnur-Vorhang aus Anne Teresa De Keersmaekers «Rain». Noch ein Schnitt, und sie dreht sich im Tutu vor den leeren Rängen des Hauses. Alles glänzt, die Architektur wie die Tänzerin.
Baulac ist das Emblem der jungen, glamourösen Ägide Millepied.
Ins Opernballett kam die 24-Jährige über Umwege. Nach zweimaliger Ablehnung seitens der Ballettschule wurde sie zunächst am Conservatoire National Supérieur ausgebildet. Léonore gab nicht auf, schickte ein Videoband und bat, als «zahlende Elevin» aufgenommen zu werden. So begann ein untypischer Karriereweg, der Bände spricht über Baulacs Zielstrebigkeit. 2008 wurde sie ins Corps de ballet aufgenommen, blieb aber fünf lange Jahre Quadrille, bevor sie vor zwei Jahren den Aufstieg in den Rang einer Coryphée schaffte – und dort in zahlreichen Rollen Aufsehen erregte. So als Olympia in John Neumeiers «Kameliendame», eine der ...
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Tanz Mai 2015
Rubrik: menschen, Seite 30
von
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