golden hours - work/travail/arbeid
Anne Teresa De Keersmaeker liebt den Song «Golden Hours» des britischen Avantgarde-Musikers Brian Eno. Aber sie hat, wie sie unlängst bekannte, auch viel für konventionellere Popmusik übrig. «Popmusik ist in erster Linie Musik, aber wegen ihres Beats zugleich auch Tanz. Meistens wird darüber hinaus noch eine Geschichte mitgeliefert, und außerdem ist Popmusik in der Regel dramatisch. Sie vereint also Aspekte von vier Kunstformen in sich.
» Wahrscheinlich ist diese Vielschichtigkeit auch der Grund, warum Popmusik im Alltag häufig als Hintergrundbeschallung oder akustischer Schlüsselreiz dient. Doch sie kann ebenso gut Gedanken und Themen befördern, die gerade in der Gesellschaft aufkeimen, quasi zur Speerspitze einer Bewegung werden. Wie einige Songs von Brian Eno – der eben nicht nur ein Pionier des Elektro-Pop war, sondern auch einer der ersten, offen schwul auftretenden Popkünstler. Dass das alles keine Selbstverständlichkeit war, hört man «Golden Hours» an: Der Song ist nicht zuletzt ein Ventil für die Ängste und die Verunsicherung, die Eno bisweilen begleitet haben dürften.
«Golden Hours (As you like it)»
De Keersmaeker widmet sich mit «Golden Hours» ebendiesen Themen und dringt ...
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Tanz Mai 2015
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Pieter T'Jonck
_____deutschland
On tour
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So innovativ das Genre Tanz sich ästhetisch zeigt, so hartnäckig halten sich in seinem Kontext veraltete Strukturen, Hierarchien und Vorurteile. Das hat etwas mit Politik zu tun, aber nicht ausschließlich. Bevor ich die Organisationsform in den Blick nehme, die Ballett- und Tanztheaterkompanien – und beide sind gemeint, auch wenn im Folgenden von «Ballett» die Rede...
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