newcomer: Anne Nguyen
Sie absolvierte ein Universitätsstudium, schreibt Gedichte, veröffentlicht theoretische Texte über Hip-Hop und ist Tanzredakteurin des Hip-Hop-Magazins «Graff it!». Kopflastig? Wohl kaum. Einfach nur ausgewogen. Anne Nguyen gewann mehrfach die «Battle of The Year», war Weltmeisterin im Breakdance. Choreografische Erfahrung sammelte sie mit Black Blanc Beur und Rêvolution, auch mit Faustin Linyekula und Salia nï Seydou.
Mit ihren eigenen Bühnenstücken zeigt Anne Nguyen, wie geschickt Frauen diese Männersparte aufmischen können, und gibt den powermoves ein völlig neues Gesicht – mit einer Methode, die sehr männlich konnotiert ist, indem sie nämlich die Suite der Bewegungen auseinanderschraubt und neu zusammensetzt. Da gibt es keine Kreise mehr, sondern gerade Strecken, rechte Winkel und unterbrochene Bahnen. So entsteht ein lockeres, spielerisches Baukastensystem, eine «gebreakte» Kontaktimprovisation, die das natürliche Ordnungsprinzip des Körpers auflöst, wie bei Pablo Picasso. Anne Nguyen wendet das Prinzip auf das Spiel der Beine an. Paradox ist, dass es bei ihr dann doch wieder ganz natürlich aussieht. Gerade stellte sie mit dem Duett «Yonder Woman» ihr viertes Stück vor, ...
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