New York

New York: ... ist das Beste, was einer Frau passieren kann. Die Stadt erobert sich das Recht auf Spaß zurück.

Tanz - Logo

Auf den ersten Blick ist der Slipper Room ein typischer Club des New Yorker Hipster- und
Bohème-Viertels Lower East Side. Es ist zehn Uhr am Samstagabend. Der niedrige, finstere Raum füllt sich langsam. Ein Dutzend durchgestylter Japaner drängt sich um die Bar, eine Gruppe von Lesben hat es sich in einer Ecke mit Plüsch-Sesseln bequem gemacht. Medien-, Design- und Kulturbetriebs-Typen stehen auf den abgewetzten Holzplanken und nuckeln an ihren Drinks, in der Ecke bereitet sich ein DJ auf seine Arbeit vor.



Als um kurz nach elf Uhr das Restlicht aus- und der Vorhang aufgeht, tritt nicht etwa eine Garagenband aus Brooklyn auf die Bühne, von der aus ein kurzer Laufsteg ins nun dicht gedrängte Publikum führt. Heraus kommt Seth Herzog, genannt «The Zog», der sich zur Titelmelodie der 1970er-Kult-serie «Wonder Woman» seines Adidas-Seidentrainingsanzugs entledigt, unter dem das hautenge Kostüm der Super-Amazone zum Vorschein kommt. Es ist der Auftakt zu einer langen Nacht der erotischen Pastiche, in deren Verlauf der «Zog» Dutzende der elaboriertesten Strip-Nummern präsentiert: Feder-Boas, Corsagen, Glitter, falsche Augenbrauen, Fransen-Röckchen und Nippel-Pasties sind die Grundaustattung – ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2009
Rubrik: New Burlesque, Seite 16
von Sebastian Moll

Vergriffen
Weitere Beiträge
Doris Stelzer: «Views in Process»

Zwei nichtssagende Männer vor kahlen Wänden der Probebühne in statischem Licht und lastender Stille. Sie stehen unbeteiligt herum, setzen sich auf ein Päuschen. Etwas erholt, flaniert das sich genügende Duo auch mal quer durch den Raum. Oder präsentiert sich zurückhaltend narzisstisch mit offenem Hemd, dem Muskel-Spiel von Bauch und Rücken, den Blicken der...

Nasser Martin-Gousset: «Comedy»

Ein ironischer Rückblick auf die 68er, dazu eine Dosis Krimi. Sex & Crime – getanzt. Regie führt ein Choreograf. Manche Projekte erzeugen eben das gewisse Kribbeln. Allein, der zurzeit hoch gehandelte Nasser Martin-Gousset erfüllt mit «Comedy» nicht recht die Erwartungen, die er mit seinem Erfolgsstück  «Péplum» selbst schuf. Er bleibt beim Kino als Ausgangspunkt,...

Paxtons Palette

«Hello».
Zwei Füße auf tiefschwarzem Bildschirm? Das heißt: Fußsohlen. Plattgedrückt zeichnen sich die Zehenballen und die schmale Landzunge bis zum hellen Fersenkreis ab. Der Spann, von unten, wirkt schon ein bisschen faltig. Die Füße eines nicht mehr jungen Mannes. Dann taucht aus der Dunkelheit unterhalb der Fußabdrücke sein markantes Gesicht auf. Schmal, sehr...