Doris Stelzer: «Views in Process»
Zwei nichtssagende Männer vor kahlen Wänden der Probebühne in statischem Licht und lastender Stille. Sie stehen unbeteiligt herum, setzen sich auf ein Päuschen. Etwas erholt, flaniert das sich genügende Duo auch mal quer durch den Raum. Oder präsentiert sich zurückhaltend narzisstisch mit offenem Hemd, dem Muskel-Spiel von Bauch und Rücken, den Blicken der Zuschauer. Es hat den Charme von durchschnittlichen Katalogmodels.
Erst allmählich lösen sich Josep Caballero Garcia und Ondrej Vidlar aus ihrer Indifferenz, beginnen eine überdurchschnittliche Präzision und Präsenz aufzubauen, führen kleine, virtuos isolierte Muskelbewegungen im Gesicht oder am Körper vor.
Was in den ersten Minuten nach unentschlossener Probensituation aussah, entwickelt sich – hat man erst alle Erwartung auf ein Tanzspektakel fahren lassen – zu einer zunehmend die Aufmerksamkeit fesselnden Body Performance.
Doris Stelzer spielt in ihrem Stück «Views in Process» mit den Repräsentationsmustern männlicher Körper und den sie formenden Gender-Klischees. Keine unbedingt neue Idee. Bei «geringem» Aufwand und verstreichender Zeit erreichten die österreichische Choreografin und die Tänzer jedoch geschärfte Konzentration ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Oh Gott, oh Gott, das ist aber schade. Und nicht gut für das Image des Ruhrgebiets.» So reagierte NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff auf die kurzfristige Absage der Stadt Bochum an die Loveparade. Eine Woche später, gefragt, ob er die Loveparade nicht nach Düsseldorf holen wolle, wehrte der CDU-Politiker heftig ab: Die Hinterlassenschaften der...
Die Schockwellen der Bankenkrise gehen unter die Haut. In den Metropolen zeigen sich erste Anzeichen ihrer Verwandlung in Tanz. In New York, London, Paris, wo ihn unsere Korrespondenten Sebastian Moll, Mike Dixon und Thomas Hahn aufspürten, hat er einen Namen: «Burlesque». Dieser Tanz erreicht nun Hamburg. Ein Laden namens Queen Calavera in St. Pauli zeigt als...
Wofür steht das Schaf in Südafrika: für Unschuld oder Dummheit? Bei Nelisiwe Xaba tut es vor allem eins. Es steht herum. Weiß, rund und fett, stolz, still und stoisch auf dem Tischchen. Irgendwo in diesem alten Wohnzimmer flimmert die Flimmerkiste. Nur das Publikum im Saal sieht den Zeichentrickfilm, der im Kasten läuft. In dessen frenetischem Rhythmus sind die...
