Paxtons Palette
«Hello».
Zwei Füße auf tiefschwarzem Bildschirm? Das heißt: Fußsohlen. Plattgedrückt zeichnen sich die Zehenballen und die schmale Landzunge bis zum hellen Fersenkreis ab. Der Spann, von unten, wirkt schon ein bisschen faltig. Die Füße eines nicht mehr jungen Mannes. Dann taucht aus der Dunkelheit unterhalb der Fußabdrücke sein markantes Gesicht auf. Schmal, sehr symmetrisch, ein gelehrtes, beinahe asketisches Gesicht mit klugen, tiefliegenden Augen über einem kurzen grauen Philosophenbart. «Hello.
» Der Kopf schwimmt zwischen den Füßen, die sich auf und ab bewegen, mit der Schwerkraft spielen. Was wir beobachten, als wären wir an deren Stelle und könnten unsere Wirkung auf diesen Körper betrachten. «The foot – an astonishing piece of engineering!» Ein freches Lächeln huscht über das gravitätische Antlitz von Steve Paxton.
«I am a dancer.»
«Das heißt, wenn ich auftrete, sind meine Sinne und die Art, wie ich sie trainiert habe – ja, dass sie überhaupt trainiert werden können –, die abgelagerte Information, die während des Auftritts freigesetzt wird, meine Palette. Als wären Gefühle Farben, die im Moment der Aufführung gemischt und losgelassen werden …» So beginnt das Kapitel ...
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Sie schlägt den Menschen mit Blindheit, lähmt und beflügelt ihn, ist Höllen- und Himmelsmacht. Die gute alte, ewig junge Liebe. Die Kölner Choreografin Stephanie Thiersch fühlt sich derzeit reif für die Liebe, macht aber schon im Titel ihres im tanzhaus nrw Düsseldorf uraufgeführten Stücks klar, dass ihre Kompanie mouvoir vor Liebe nicht sonderlich sehend wurde:...
Auf der Tagesordnung steht die Auflösung der Noverre-Gesellschaft erst 2010 wieder: bei der nächsten Mitgliederjahresversamm-lung, als Punkt fünf. Zeit genug, die Situation des Vereins zu überdenken. Das ist auch nötig, denn die «Freunde des Balletts» handeln nicht aus Selbstzweck, sondern um einer Institution willen: der des Stuttgarter Balletts.
Dass Anfang...
Unbeleuchtet wirkt die schwarz gekleidete Figur auf der Bühne so zweidimensional wie ein Schatten. Auf der Rückwand hinter dem regungslosen Zweibeiner wandert ein dicker weißer Balken hinauf, wieder und wieder, ähnlich einer Bildstörung. Andere Striche, quer, längs, scharf, unscharf, schmal und breit, erscheinen, verschwinden, wiederholen sich. Jeder an ein...
