lest we forget

Vor einhundert Jahren begann der Erste Weltkrieg. Das English National Ballet hat ein ergreifendes Memorial produziert – unter Beteiligung von Liam Scarlett, Russell Maliphant und Akram Khan

Tanz - Logo

Am Jahresanfang war das Zentenar in aller Munde. Kein Feuilleton, keine Nachrichtensendung, kein historischer Blog kam ohne schwergewichtigen Essay über den Ersten Weltkrieg aus.

Vom Buchmarkt her erschütterte gar ein mittelschweres Beben die Leselandschaft: Haben wirklich die Deutschen das Katastrophenszenario angezettelt, wie es Fritz Fischers epochale Schrift «Der Griff nach der Weltmacht» 1961 ein- für allemal nachzuweisen schien? Immerhin behaupten neuere Publikationen, dass Europas Mächte und Russland allesamt nur auf einen Anlass lauerten, um ihre imperialen Herrschafts- und Expansionsgelüste auszutoben. Vielleicht – so die Variante des aktuellen Bestsellers von Christopher Clark – sind sie gar als tumbe «Schlafwandler» in das Gemetzel geraten, infolge politischer Ränkespiele und grob fahrlässiger Entscheidungen. Bleibt noch die vierte These, wonach Staaten und Bündnis-systeme wie Dominosteine umfielen, bis die Kettenreaktion alle Alternativen zum Waffengang zunichtemachte.

Gedenken an das Undenkbare

Das Räsonieren darüber, welche Motive im Sommer 1914 zur martialischen Ursünde des 20. Jahrhunderts führten, wird anhalten. Der unmittelbare Auslöser steht dagegen fest: Am 28. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2014
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Dorion Weickmann

Weitere Beiträge
epilog auf pergament

Wenn ein Buch in Bewegung gerät, nennt man es für gewöhnlich ein Daumenkino. Dafür ist der Rückblick auf das Ballets-Russes-Festival in Monaco um einiges zu groß geraten. Ein Table Book kann man die gesammelten Erinnerungen zum Thema Ballets Russes & compagnies kaum nennen, aber ein Kunstwerk der besonderen Art – schließlich ereignet sich ein Centenaire, wie der...

Der direkte Weg zu tanz – Vorschau auf kommende Ausgaben

im juli: david hallberg_________

Es war ein Donnerschlag, als er 2011 einen Vertrag am Bolshoi-Ballett unterschrieb: ein Amerikaner in Moskau? Eigens geholt, um Natalia Osipova tänzerisch zu hofieren? Genauso war‘s, doch selbst nach dem Abgang der Starballerina stand David Hallberg seinen Mann. Nonchalant pendelt er heute zwischen New Yorks American Ballet Theatre...

tatjana

Lera Auerbach, wann kam es zu Ihrer Zusammenarbeit mit John Neumeier? Und wie tauschen Sie sich eigentlich während Ihrer gemeinsamen Arbeit an «Tatjana» aus?
Im September 2007 wurde mein «Russisches Requiem» von den Bremer Philharmonikern und dem Lettischen Staatschor uraufgeführt. John Neumeier und der inzwischen verstorbene Klaus-Peter Seibel, der das Ballett...