ist der tanz flüchtig?
Eine Gewissheit verbindet die inhaltlich oft gar nicht übereinstimmenden Tanzwissenschaftler, Tanzkritiker, Kuratoren, Politiker, bisweilen auch die Choreografen: Der Tanz ist die flüchtigste aller Künste. Diese Behauptung liest und hört man mit schöner Regelmäßigkeit; sie wird wie ein Mantra wiederholt, wenn in Rezensionen, Essays oder Sonntagsreden der Tanz mit einem eingängigen Charakteristikum belegt werden soll.
Warum eigentlich soll ausgerechnet der Tanz die flüchtigste der Künste sein?
Die Rede von der Ephemerität ist wohlfeil, haben wir es doch im Theater immer mit Vergänglichkeit zu tun. Wenn wir uns von den Sitzen erheben und den Zuschauerraum verlassen, ist die Aufführung beendet. Die Musik ist verklungen, der Gesang vorbei, die gesprochenen Worte sind verhallt. Wir können uns erinnern, es fragt sich nur, an was. Einzelne Details der Vorstellung haben sich womöglich so stark in unser Gedächtnis eingeprägt, dass wir sie – mit mehr oder weniger Geschick – tanzen, singen oder darstellen können. Je nach Aus- und Vorbildung. Manches vergessen wir schnell. Bisweilen können wir uns mit anderen Zuschauern über das streiten, was wir wahrgenommen haben. Denn die Erinnerung ...
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Tanz Dezember 2011
Rubrik: ideen, Seite 62
von Klaus Kieser
auf disc: die kleine meerjungfrau
von John Neumeier kommt rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft in den Handel. Ohnehin sind kaum DVDs von Neumeier-Balletten auf dem Markt. «Illusionen – wie Schwanensee» ist vergriffen, «Matthäus-Passion» und «Die Kameliendame» sind erhältlich. Von ihr gibt es noch die Verfilmung mit Márcia Haydée und einen Mitschnitt der Pariser Opéra...
Markantes Gesicht, androgyne Figur: Amalia Fernández könnte einem Film von Pedro Almodóvar entsprungen sein. Das klingt nach Klischee. Und schon deshalb dürfte die spanische Choreografin und Regisseurin Cuqui Jerez dieser Vergleich freuen, denn sie holt das eine oder andere Klischee hervor, um es in verblüffender Weise gleich wieder auszuhebeln. Amalia Fernández...
Norwegen ist ja so reich, und Öl noch immer der stärkste Motor der Welt. Es kommt nur darauf an, wohin man damit fährt. Auch Griechen (Onassis) und Portugiesen (Gulbenkian) wurden mit Öl reich. Bis beide Händler ihre Läden dichtmachten. In den Emiraten werden dagegen noch immer teure Autos gekauft, Golfklubs gegründet und respektierliche shopping malls...
