münchen: Cuqui Jerez: «The Nowness Mystery»
Markantes Gesicht, androgyne Figur: Amalia Fernández könnte einem Film von Pedro Almodóvar entsprungen sein. Das klingt nach Klischee. Und schon deshalb dürfte die spanische Choreografin und Regisseurin Cuqui Jerez dieser Vergleich freuen, denn sie holt das eine oder andere Klischee hervor, um es in verblüffender Weise gleich wieder auszuhebeln. Amalia Fernández ist in ihrer Darstellung allerdings weit entfernt von jener Hysterie, in die der Kultfilmer seine Schauspielerinnen hüllt, sondern spielt mit lässigem Understatement, wie es die Theateravantgarde derzeit gebietet.
Ihre Bühnenpartnerin Maria Jerez, die Schwester der Choreografin, blickt wie ein Engel unter ihrer wilden Lockenpracht hervor. Wohl kalkulierte Naivität bereitet hier den Boden für anschauliche Situationskomik. Was Letztere betrifft, kann sich Cuqui Jerez fest auf ihre beiden Performerinnen verlassen. In «The Nowness Mys-tery», ihrem neuen Stück, uraufgeführt auf Kampnagel in Hamburg, hatten die beiden vom ersten Moment an die Lacher auf ihrer Seite.
Um beim Klischee zu bleiben: Eine Meldung aus der Klatschpresse, Trennungsgerüchte um Hollywoods populärstes Paar «Brangelina», gibt Cuqui Jerez Anlass und Ankerpunkt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2011
Rubrik: kalender und kritik, Seite 50
von Irmela Kästner
newcomer: Jackson Carroll
Der Tänzer wirkt, als ruhe er sehr in sich. Und das in diesem Alter! Jackson Carroll strahlt Klarheit aus, ohne Ornament. So ein «Hier bin ich, mehr auch nicht». Man könnte die Klarheit mit Langsamkeit verwechseln. Beim Gespräch im Düsseldorfer Opernhaus trägt der 20-Jährige Jeans und blasses T-Shirt. Ein ruhiger, offener Blick. Präzise...
Hier triumphiert der Wow-Faktor: Nach dem inszenierten Warten im «Logic Gate», das wie am Flughafen die Wartenden kanalisiert, doch sie, statt an einen Check-in-Schalter zu führen, zentrumslos, dafür akustisch beschallt, auf sich selbst zurückwirft, und nach ausgiebigem Schlangestehen im Freien strömen wir zügig in die große Halle – und da steht es: das raum-lange...
«Als Solotänzerin habe ich letzten Juli eine Nichtverlängerung bekommen. Ich bin der Auffassung, dass das nicht geht, denn mit Ende der Spielzeit 2010/11 war ich 15 Jahre ununterbrochen an diesem Theater tätig. Darüber hinaus kann ich mir nicht vorstellen, dass die Gründe, die mir der Intendant für die Nichtverlängerungsmitteilung bei der Anhörung genannt hat,...
