göteborg: Cherkaoui & Teshigawara: «Spirit»
Warum bringt hierzulande niemand Vergleichbares zustande? Warum setzt kein Theater alles auf choreografisch variable, aber radikal zeitgenössische Tanzkarten, statt bloß ab und an einen einschlägigen Joker auszuspielen? Wer den Doppelabend «Spirit» begutachtet hat, den Adolphe Binder für ihre GöteborgsOperans Danskompani von Sidi Larbi Cherkaoui und Saburo Teshigawara maßschneidern ließ, fährt mit einem Seufzer nach Deutschland zurück – in die Diaspora, was Produktionen dieser Größenordnung und Exzellenz betrifft.
Selbst der kalenderverplante und darüber ins kreative Straucheln geratene Sidi Larbi Cherkaoui, der zuletzt ein Solo für Vladimir Malakhov vermasselt hat und mit dem sinoeuropäischen Hybrid «Genesis» unter den Erwartungen blieb (tanz 2/14), trumpft hier auf. Und das, obwohl sein «Noetic» ein unhandliches Thema aufgreift. Mit 21 Tänzern versenkt sich der Choreograf in zahlenmystische Zeremonien und taucht aus den Untiefen der Mathematik ein Weltpanorama herauf – eine Chronologie des Menschengeschlechts, dessen Fortschrittsstreben nach Erkenntnis dürstet.
Beanzugte Herren und Damen in schwarzen Chintz-Glockenröcken schwirren umher, verknäulen und verschrauben sich im ...
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Tanz April 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 46
von Dorion Weickmann
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newcomer_________
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