gala
Liberté, égalité, fraternité! Das Revolutionsmotto von 1789 steht an den Fassaden öffentlicher Gebäude der République française, in deren Theaterhäusern sich Gala-Abende größter Beliebtheit erfreuen. Der Choreograf Jérôme Bel spannt diese politischen Losungen nun mit den Ausnahme-Festivitäten zu einem Experiment zusammen. «Gala» heißt es – aber es stehen keine Stars auf der Bühne. Und wenn doch, dann ohne jede Attitüde.
Man fühlt sich durchaus wie an einem jener Abende, an denen durchschnittliche Menschen Ihresgleichen begegnen, jenseits aller Standesunterschiede, etwa auf einem Schulfest, bei einer Tombola.
Jérôme Bel veranstaltet dabei eine Art gesellschaftlichen Lackmustest. Lackmus-Teststreifen gibt es bekanntlich in Blau, Weiß und Rot, den Farben der République. In «Gala» steht auf dem Prüfstand, wie sich drei Standardvarianten des weltweiten Tanzvokabulars – Pirouette, Grand jeté und Moonwalk – einfärben, wenn sie auf unterschiedlich proportionierte Körper, unterschiedliche Persönlichkeiten treffen. Umgekehrt werden auch die Verhaltensdifferenzen der Persönlichkeiten erhellt: Die einen versuchen sich an wirklicher Herausforderung, die anderen üben sich in Selbstironie. Und ...
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Tanz Juni 2015
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Thomas Hahn
Tänzerinnen wie Ewelina Guzik von P.A.R.T.S. und zuletzt die Schweizer Performerin Eugénie Rebetez beim «Donaufestival» im österreichischen Krems sind magisch angezogen von diesen erotischen, vollkommen naturbelassenen Körperlandschaften. Dabei legen sie den Betrachter ins Bett oder in eine Kissenlandschaft, die Pipilotti Rist «Lungenflügel» nennt. Im Kunsthaus...
«The Future: New Ideas: New Inspirations» lautete der Titel der Konferenz, zu der die Dachorganisation Dance UK geladen hatte. Schock am Eröffnungstag: ein Presse-Statement, abgegeben von den Leitern dreier britischer zeitgenössischer Kompanien – Akram Khan, Lloyd Newson und Hofesh Shechter. Die Verlautbarung beklagte den Zustand der nationalen Tanzausbildung,...
Sechs Studenten pro Jahr kommen in den Genuss, in den Räumlichkeiten der Uferstudios im Berliner Wedding zu Choreografen zu reifen. «Sechs Studenten», sagt Wanda Golonka, seit dem Wintersemester 2013/14 Professorin am Master-Studiengang Choreografie, «das sind jedes Jahr sechs Tanzkünstler mehr zu den 3000, die es schon gibt in Deutschland». In der Kunst herrscht...
