pipilotti rist
Tänzerinnen wie Ewelina Guzik von P.A.R.T.S. und zuletzt die Schweizer Performerin Eugénie Rebetez beim «Donaufestival» im österreichischen Krems sind magisch angezogen von diesen erotischen, vollkommen naturbelassenen Körperlandschaften. Dabei legen sie den Betrachter ins Bett oder in eine Kissenlandschaft, die Pipilotti Rist «Lungenflügel» nennt. Im Kunsthaus Krems fläzt sich das Publikum unter Zimmerdecken oder zwischen drei Wänden, auf denen eine wuchtige Choreografie von Projektionen die Reise entlang des menschlichen Freiheitsdrangs genießen lässt.
Was die wohl bekannteste Schweizer Videokünstlerin mit der Kamera anschaut, ist eine großartige Liebeserklärung an den Körper, der vor ihrer Linse als bukolisches Fest gefeiert wird. Die Kamera tanzt, wie hier in «Homo sapiens sapiens» von 2005, meist nah am Wiesengrund, auf Fußhöhe, durch grausam zerquetschte Früchte, zwischen von Sicheln geköpften Tulpen und dokumentiert den Fressneid um einen Apfel zwischen einem Hausschwein und einer nackten Frau. Die Natur ist ein Garten der Lüste, der im Farbrausch der Videos in mal saftige, mal blutige Bewegung gerät. Alles ist flüssig, sinnlich, feucht, auch brutal. Die Natur stammt aus dem ...
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Tanz Juni 2015
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Arnd Wesemann
Dreißig Jahre lang hat Vladimir Ashkenazy kein Album mehr eingespielt. Wenn er jetzt zum 100. Todestag von Alexander Skrjabin noch einmal seine pianistische Könnerschaft beweist, dann nicht zuletzt, weil die Popularität von dessen sinfonischem Œuvre die der Klavierstücke leicht überschattet. Zu kurz, um sich in ihrer Schönheit ganz zu erschließen, lassen sie im...
ist das Wort des Monats, erfunden vom Berliner-Ensemble-Chef Claus Peymann. Für die einen klingt Eventbude wie eine liebevolle, volksnahe Bezeichnung des Theaters, andere assoziieren damit den blanken Horror für die Kunst. Wie schon vor 200 Jahren. Damals ging es um die Pariser Ballhäuser. Für die einen taugten deren harte Bretter als Tanzschule der Nation, andere...
Leilani Francos Beine stehen weit über ihrem Kopf. Der Fuß fuchtelt vor ihrem Gesicht wie eine störende Wespe. Natürlich kann so etwas nur eine klassische Kontorsionistin. Sie trifft auf Florian Zumkehr und Alexis Vigneault. Deren Körper flattern an einer Pole-Stange als «human flag» – nur mit einer Hand sich haltend. Aber niemand ruft «Ah» und «Oh». Wie ein Tier...
