Der ausgesetzte Erfolg
Erfolg zahlt sich nicht immer aus. Nicht mal Talent. Und Treue zu einem Ensemble wird womöglich sogar mit der Kündigung bestraft. So die bittere Berufsbilanz eines Balletttänzers, dessen Begabung so offensichtlich gewesen ist, dass ihn bereits mit 17 Jahren ein größeres Theater engagiert. 15 Jahre später sieht sich Roland W., wie wir ihn nennen wollen (der richtige Name ist der Redaktion bekannt), mit einer Nichtverlängerung seines Vertrags konfrontiert und das, obwohl er sich der unveränderten Wertschätzung seines Direktors erfreut. Roland W.
ist mit seinen 32 Jahren als Tänzer im besten Mannesalter, eigentlich will der Chef auf seine Erfahrung auch nicht verzichten. Doch da ist der Normalvertrag Bühne mit seinen Schutzbestimmungen vor. Wenn «das Arbeitsverhältnis am Ende einer Spielzeit ununterbrochen mehr als fünfzehn Jahre» besteht, heißt es da im § 96, Absatz 3, «kann der Arbeitgeber eine Nichtverlängerungsmitteilung […] nur aussprechen, um das Arbeitsverhältnis unter anderen Vertragsbedingungen bei der (den) im Arbeitsvertrag angegebenen Bühne(n) fortzusetzen». Im Klartext: Er muss ihn unter zumutbaren Bedingungen weiter beschäftigen. Doch dazu sehen sich viele Theater, ...
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«Am Anfang gab es nichts. Keine Schulen, keinen Raum, kein Geld», sagt Livia Patrizi. Eine Hürde, aber kein Hindernis für die italienische Tänzerin und Choreografin, die Berlin zu ihrem Zuhause gemacht hat. Obwohl sie froh ist, dass inzwischen Claudia Feest die Projektleitung übernommen hat und sie sich auf die künstlerische Arbeit und die Leitung von «TanzZeit –...
Der König schlurft durch sein Gemach, die Königin im nachtblauen Kleidchen schaut ganz deprimiert. Es will nicht klappen mit dem adligen Nachwuchs, da kann sich Frau Gemahlin noch so lasziv räkeln auf dem langen Tisch. Da hilft kein königlicher Mantel über dem grauen Anzug. Er bleibt ein Versager ohne Nachfolger. Die Nöte der Eltern stellt Ballettdirektor Stephan...
«Rrungs!» von Wanda Golonka ist «eine Raumerkundung». Also erkundschaften wir die Volksbühne in Berlin. Aufwendig werden sechs Gruppen von Zuschauern gebildet. Im Gänsemarsch erschnattern sie den Weg durch die Löcher der Unter- und Hinterbühne zu den Sitzen, dorthin, wo man gute Aussicht hat auf den Mann, der seinen nackten Bauch knetet. Nach ihm treten auf: eine...
