Buch, CD, DVD
biografien: claire bauroff
Noch während des Ersten Weltkriegs debütierten insbesondere in München, Berlin und Wien zahlreiche Tänzerinnen. Zunächst von dem noch unbestimmten Wunsch beseelt, ihr Inneres nach außen zu tragen, wussten viele von ihnen nicht, wohin der Weg sie führen würde. Etliche wechselten auch das Genre, wandten sich kabarettistischen Formaten zu oder standen der Kunstfotografie Modell. Einige gerieten so in den Blick berühmter Männer, was ihnen ironischerweise zu größerem Nachruhm verhalf.
So verhält es sich mit Claire Bauroff (1895–1984). Schon 2011 veröffentlichte Ralf Georg Czapla Gedichte von ihrer Hand, «Wandlung aber ist das Leben» (Bernstein Verlag), 2015 legte er im Piper Verlag «Die ungleichen Geschwister» nach. Protagonisten des Buchs sind Bauroff und ihr Bruder, der Fabrikant Friedrich Baur, dessen wohltätiges Tun – das Friedrich-Baur-Institut ist heute eine medizinische Forschungsstätte der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität – jenes Mäzenatentum in Erinnerung ruft, das etwa die Rhythmus-Bewegung von Jaques-Dalcroze in Deutschland ermöglichte.
Claire Bauroff erhielt ihre Ausbildung bei dem Jaques-Dalcroze-Schüler Rudolf Bode. Nach ersten ...
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Tanz März 2016
Rubrik: medien, Seite 62
von
Man kann darüber streiten, ob die tanzbewegte Clubkultur bloß eine eskapistische Dauerparty für gesellschaftlich früh Emeritierte ist oder doch eher eine vielversprechende Parallelwelt und damit gelebte Utopie. Klar ist: Zwischen Ballermann und Berghain existieren prinzipielle Unterschiede – auch in den Musik- und Bewegungskonzepten der Besucher.
Der aus Österreich...
Der aktuelle Coup von Madeline Ritter, die den «Tanzfonds Erbe» verantwortet und nun die künstlerische Gesamtleitung eines weiteren Projekts innehat, basiert auf einer Idee ihrer Mitstreiterin Ricarda Herre. Das Unternehmen heißt Dance On – was für die Botschaft steht: «Tanz weiter, auch wenn du die vierzig überschritten hast.» Unter dem englischen Label startet...
Neunzig Quadratmeter feinstes, jungfräulich weißes Papier, wie ein Tanzteppich auf dem Boden ausgerollt. Schon nehmen die Schwänchen Aufstellung, reihen sich zum ikonischen Pas de quatre aus dem «Schwanensee». Ihre Spitzenschuhe pikieren den Untergrund, die Sohlen senken und heben sich synchron, der Abstand zwischen seitlich geneigter Wange und Schulter scheint mit...
