7 dialogues
Der aktuelle Coup von Madeline Ritter, die den «Tanzfonds Erbe» verantwortet und nun die künstlerische Gesamtleitung eines weiteren Projekts innehat, basiert auf einer Idee ihrer Mitstreiterin Ricarda Herre. Das Unternehmen heißt Dance On – was für die Botschaft steht: «Tanz weiter, auch wenn du die vierzig überschritten hast.» Unter dem englischen Label startet ein sechsköpfiges Ensemble, das tapfer dem Vergleich mit der eingestellten «Senioren»-Truppe des Nederlands Dans Theater und ihrem slapstick-affinen Nachfolger Kylworks trotzt.
Genau wie den unlängst im Schlepptau von Gauthier Dance aufgetauchten «Greyhounds» (tanz 12/15). Wenn man die Sache aus der Nähe betrachtet, wird klar, dass es weniger ums Bestätigen langweiliger Klischees geht. Die da lauten, dass – wider den grassierenden Jugendwahn – Tänzerinnen und Tänzer jenseits der vierzig doch noch prima auf der Bühne sind, weil gerade Ältere unglaublich viel Ausdrucksstärke besitzen. Nein, hier geht es eigentlich viel grundlegender um die Frage, was ein Tänzer heutzutage ist. Was er oder sie sein kann, darf und soll.
Als Prolog eine Anekdote. Eins der Kompanie-Mitglieder ist Jone San Martin. Sie amüsiert sich: «Ich bin ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 20
von Melanie Suchy
screening: moulin rouge
Das Moulin Rouge, gerade runderneuert (tanz 5/15), ist der traditionsreiche Amüsiertempel mitten in Paris, der Herren jeden Alters mit dem Anblick so schöner wie spärlich bekleideter Damen erfreut. Die noch dazu hinreißend tanzen. Aber was veranlasst Frauen im postemanzipativen Zeitalter, sich für die Kunst des Cancan zu schinden, barbusig...
Man kann darüber streiten, ob die tanzbewegte Clubkultur bloß eine eskapistische Dauerparty für gesellschaftlich früh Emeritierte ist oder doch eher eine vielversprechende Parallelwelt und damit gelebte Utopie. Klar ist: Zwischen Ballermann und Berghain existieren prinzipielle Unterschiede – auch in den Musik- und Bewegungskonzepten der Besucher.
Der aus Österreich...
Es ist überaus anregend, sich mit Adam Linder über Tanz zu unterhalten (siehe tanz 10/13). Der Australier ist ein kluger Kopf. Demnächst wird er auch an einer Universität in Los Angeles unterrichten. Über kulturelle Formen, ihren Kontext und ihre Konditionen zu reflektieren, sei ein ganz wesentlicher Aspekt seiner künstlerischen Arbeit, betont er. Und beschreibt...
