Von vielen Musen geküsst
Auf ihrer Website stellt sie sich als Stimmsolistin, Schauspielerin, Sängerin und Cellistin vor. Salome Kammer hat diese Reihenfolge zweifellos bewusst gewählt. Dass die Vokalkunst, der experimentelle Einsatz der Stimme an erster Stelle steht, ergibt sich aus der Laufbahn dieser von vielen Musen geküssten Klangrednerin, die aus einem kinderreichen hessischen Pfarrhaus stammt und mit dem Film- und Fernsehregisseur Edgar Reitz (in dessen «Heimat»-Epos sie als Clarissa auftrat) in München lebt.
Noch vor dem Abschluss des Musikstudiums wurde Salome Kammer ans Theater Heidelberg engagiert, wo sie fünf Jahre lang als festes Mitglied des Ensembles zwischen Schauspiel, Operette und Musical pendelte. Schon damals, vor bald einem Vierteljahrhundert, konnte sie mit den Genrerastern und Stimmschubladen nicht viel anfangen, auf die sich der (klassische) Musikbetrieb stützt(e). Sie spürte, dass ihre Neugier und ihr Talent ausreichten, um höchst unterschiedliche Bereiche zu erkunden: Vom Kabarett bis zur Performance, vom Lyrikabend bis zum Jazz-Gig, vom Chanson bis zum zeitgenössischen Lied hat Salome Kammer seitdem alles gemacht, was ihr liegt und was ihr gefällt. Mit durchschlagender Wirkung. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es ist schon merkwürdig, dass Humperdincks beliebte Märchenoper seit mehr als sechzig Jahren nicht mehr im Royal Opera House zu sehen war. Höchste Zeit, das Stück endlich wieder einmal ins Programm zu nehmen. Für die Inszenierung zeichneten Patrice Caurier und Moshe Leiser verantwortlich, ein Regie-Duo, das an Covent Garden zuletzt mit «La Cenerentola», «Il turco...
Kalt scheint der Mond, und eigentlich ist er nichts anderes als eine Projektionsfläche menschlicher Sehnsucht. Irgendwann wird darin das Gesicht einer sich schminkenden Salome sichtbar, und Salome ist es denn auch, die wenig später – spärlich bekleidet, in aufreizenden Stiefeletten – die schlichte Szene des Aachener Theaters betritt: eine Paris Hilton, die nicht...
In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, als es um die Nachfolge einer Rita Streich und einer Erika Köth ging und Edita Gruberova noch nicht angetreten war, erglänzte ein neuer, heller Stern am Himmel der Koloratursoprane: Sylvia Geszty war die Königin der Nacht, war die Zerbinetta und wurde in diesen und anderen Partien auf den Bühnen Europas...
