Vom Geschmeide befreit

Antonio Pappano entschlackt Verdis «Aida» mit den Ensembles der Accademia di Santa Cecilia und einer Starbesetzung

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Konzertant – eine hübsche Untertreibung war das damals. Als im Februar dieses Jahres Kleopatra-Klone vor dem römischen Parco della Musica Programmhefte an die Besucher verteilten und drinnen die Banda der Staatspolizei in schmucken Uniformen dicht unter der Decke postiert war. Mit ungewohnt warmen Trompetenklängen schickte sie den Hit aus Giuseppe Verdis «Aida» in den 2700-Plätze-Saal – kein schmetterndes Spektakel, sondern ein Ereignis musikalischer Eleganz.



Das Konzert markierte das Ende einer Arbeits- und Aufnahmewoche: Solche aufwendigen Gesamteinspielungen leistet sich kaum einer mehr. Erst recht, wenn Superstars auf der Gagenliste stehen. Als Referenzaufnahme wurde die Box angekündigt, als «Aida» fürs neue Jahrtausend. Nun liegt die CD vor und rangiert tatsächlich sehr, sehr weit oben in der Diskografie des Werks. Das liegt nicht unbedingt an den Rollendebütanten Anja Harteros und Jonas Kaufmann, sondern am Dirigenten.

Fast alles, was Antonio Pappano derzeit anpackt, ob am Royal Opera House oder eben wie hier mit seiner Accademia Nazionale di Santa Cecilia, wird zu Gold. «Spätwerk», diese Einordnung verleitet ihn nicht zum Schwerlastverkehr, er blickt aus Verdis mittlerer ...

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Opernwelt November 2015
Rubrik: CD des Monats, Seite 31
von Markus Thiel

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