Rotwelsch
Zu Sebastian Baumgartens Bayreuther «Tannhäuser» ist in dieser Zeitschrift das Notwendige gesagt worden (siehe OW 9-10/2011). Über Joep van Lieshouts «Technokrat»-Installation, in der die Figuren zur Biomasse einer auf Bedeutungshuberei gepolten Assoziationsmaschine schrumpfen. Über die prätentiöse, dialektisch verschraubte Antitheater-Attitüde, der alle Emphase verdächtig ist. Über die Nöte der Solisten und Musiker, sich auf der verbauten Thesen-Bühne Gehör zu verschaffen. Eine krachend gescheiterte Produktion.
Nicht mal die theoriegesättigten Deutungshilfen eines Wagner-«Concils» konnten den Eindruck faselnder Beliebigkeit zerstreuen (nachzulesen in: Clemens Risi/Bettina Brandl Risi/Anna Papenburg/Robert Sollich (Hrsg.): Tannhäuser – Werkstatt der Gefühle. Rombach Verlag, Freiburg 2014. 252 Seiten. 19,90 Euro).
Leider bestätigt auch das DVD-Dokument dieses von Systemkritik-Rotwelsch durchflimmerten «Tannhäuser»-Labors das öde Bild. Immerhin kann man die vor den Akten von zahllosen Choristen und Statisten stumm erledigte Arbeit an der «Biogasanlage» via Disc-Menü deaktivieren. Musikalisch hatte das Festspielorchester unter Axel Kober im August 2014, drei Jahre nach dem ersten ...
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Opernwelt November 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Albrecht Thiemann
In Winrich Hopp, dem künstlerischen Kopf der Münchner musica viva-Konzerte und des Berliner Musikfestes, hat das Werk Karlheinz Stockhausens seinen heute wohl energischsten unabhängigen Fürsprecher. Unabhängig deshalb, weil Hopp die experimentell forschende, weitgespannte Fantasie dieser Zukunftsmusik in den Fokus rückt, ohne deren esoterische Verpackung allzu...
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Ich habe eine große Dummheit begangen. Ich geb’s zu: Ich hab’s getan. Ich habe mir selbst im Fernsehen zugeschaut.
Heute wird ja praktisch jede Produktion irgendwann mitgefilmt. Ich versuche schon gar nicht mehr, die Verträge für das Zeug zu verstehen. Es ist noch nicht lange her, da war die Medienpauschale eine große Sache. Eine Menge Kohle sprang dabei raus,...
