Unvergleichlich

Magda Oliveros Adriana Lecouvreur in einem Live-Mitschnitt aus Edinburgh

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Ihre «Schicksalsrolle», Cileas Adriana Lecouvreur, die sie 1938 zum ersten Mal sang, 1951 für ihr Comeback wählte und insgesamt länger als ein halbes Jahrhundert im Repertoire hatte, wobei die Galerie ihrer Tenorpartner von Beniamino Gigli bis Plácido Domingo reichte, hat Magda Olivero nie im Studio aufnehmen können. Deshalb waren ihre diversen Live-Mitschnitte in dieser Partie von jeher Kultobjekte der Stimmensammler. Derjenige aus Neapel von 1959 galt wegen des glanzvollen vokalen Umfelds (Corelli, Simionato, Bastianini) als Favorit.

Den Tod der Sängerin im vergangenen Jahr (im biblischen Alter von 104 Jahren!) nahm das britische Label Testament zum Anlass, eine Live-Aufnahme vom Edinburgh Festival 1963 erstmals zu veröffentlichen.

Dieses Tondokument bietet nicht nur die ultimative Interpretation der Titelrolle, es beweist auch – einmal mehr –, dass das Etikett «veristisch» dem hochartifiziellen, bis in die kleinsten textlichen und musikalischen Details ausgefeilten Gesangsstil der Olivero nicht gerecht wird. Denn sie war zwar eine Meisterin melodramatischer Stimmgesten im Stile von Sarah Bernhardt, zugleich aber eine Belcanto-Sängerin comme il faut, die mit messa-di-voce- und ...

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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Ekkehard Pluta

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