Unter Paul Klees Sternen

Lübeck, Strauss. Salome

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Roman Brogli-Sacher, Lübecks seit Neuestem auch Regie führender GMD, ist nicht der Erste, der die Korrespondenz der «Salome»-Partitur zur bildenden Kunst entdeckt hat, aber er hat mit dem von Ulrike Radichevich zum Bühnenbild umfunktionierten Gemälde «Ad Parnassum» von Paul Klee eine besonders überzeugende Trouvaille vorgestellt: ein Bild von einer die Musik gleichsam ins Optische umsetzenden differenzierten Farbigkeit, abstrakt in seiner Grundanlage, aber doch Möglichkeiten zu konkreten Assoziationen bietend, die – wie die bildbeherrschende Gestirnsscheibe – eine Verbindung herst

ellen zu Oscar Wildes Libretto.
Statt nun aber aus diesem neu gewonnenen bildnerischen Ansatz Kapital zu schlagen für die szenische Umsetzung des Werks, lässt Brogli-Sacher das Stück in altgewohnter Gestik ablaufen. Er buchstabiert es sozusagen textgetreu durch, nicht ohne dass ihm dabei Biederes, Spannungsloses, bisweilen Peinliches unterläuft: Wie etwa Salome, Jochanaans Leib begehrend, den Propheten umhüpft, das grenzt schon fast an unfreiwillige Komik, und wie sie, mit Schleiern behängt, die Hüften wiegend, zu ihrem berühmten Tanz antritt, passt eher zur satirischen Sicht der Kálmán’schen «Bajadere» ...

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Opernwelt April 2009
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Gerhart Asche

Vergriffen
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