In den Vorhöfen der Existenz
Kein Zufall, dass die Opernhäuser einen Bogen machen um Manuel de Fallas knapp über einstündigen Zweiakter «La vida breve» von 1905. Immerhin könnte man ihn als eine Art spanische Nationaloper bezeichnen – mangels sonstiger Masse: De Fallas monumental konzipiertes Spätwerk «Atlántida» blieb unvollendet und in (von Ernesto Halffter) unbefriedigend komplettiertem Zustand, und Roberto Gerhards «Duena» ist Ausfluss schweizerisch-katalanischer Iberophilie (wobei man künstlerische «National»-Repräsentanzen durchaus mit einer Prise Unernst bedenken darf).
«La vida breve» gibt sich, mit reichlichen Tanzeinlagen, als uriges Spektakel im ideal-folkloristisch-andalusischen Zigeunerambiente. Der Eifersuchts-Plot greift hingegen den Zeitgeist des Verismo auf. Doch der junge de Falla (noch nicht von überzogenem Perfektionismus und Schreibhemmungen geplagt) vertraut aber den effektvollen Rezepturen des Verismo nicht allein und grundiert den schweren Gang des Dramas vor allem im ersten Akt mit mythisch-mystischen Hintergrundchören, die immer wieder die Leitmetapher der Opernhandlung namhaft machen: «Verflucht, wer zum Amboss geboren/statt schlagender Hammer zu sein» (Libretto: Carlos Fernández ...
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«Die Schrecken der Oper sind süß», heißt es in Heiner Müllers «Quartett». Es war die Idee des Regisseurs Thomas Bischoff, zwischen Bartóks Einakter «Herzog Blaubarts Burg» und Schönbergs «Erwartung» eine Kurzversion von Heiner Müllers Schauspiel «Quartett» zu setzen und so den Reigen der Paare, der als knallbunter Werbefoto-Fries den Abend begleitet, bis in die...
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Mit ihrem Rosenkavalier werde die Musikwelt «stimmlich und darstellerisch auch in besonderen Fällen rechnen können», prophezeite die Grazer «Tagespost» am 9. November 1949 nach dem sensationellen Debüt der erst 25-jährigen Hertha Töpper im dortigen Opernhaus. Und in der Tat: Der Octavian wurde die zentrale, wurde die Schicksalspartie in der Karriere der...
