Traumberuf Opernsänger?
Nicht einmal 100 Sängerinnen und Sänger gibt es weltweit, die als Stars gelten. Für die anderen kann das Leben bitter werden. 1600 Euro brutto Mindestgage im festen Engagement – bei unbegrenzter Zahl an Proben und Vorstellungen. Ständige Selbstbehauptung. Arbeitszeiten, die sich kaum mit einer Familie koordinieren lassen. Soziale Unsicherheit angesichts kurzer Verträge. Physischer und psychischer Verschleiß. Ist Opernsänger ein Traumberuf?
Für alle, die das herausfinden und damit auch ein Stückchen weit sich selbst finden wollen, gibt es jetzt einen Leitfaden.
Verfasst hat ihn Gerd Uecker, bis 2010 Intendant der Dresdner Semperoper. Er kennt den Betrieb aus dem Effeff. Von der Fächereinteilung über die Menstruation bis zur Lohn- und Einkommenssteuer lässt er keinen Aspekt der Berufspraxis aus. Einen erhobenen Zeigefinger hat er dabei nie nötig, bleibt vielmehr auf angenehme Weise zurückhaltend und konkret zugleich. Vieles, was er sagt, erscheint ganz selbstverständlich und wird im Alltag trotzdem dauernd missachtet. Etwa, dass eine Arie, die man perfekt beherrscht und vorsingt, noch lange nicht die ganze Partie ist (Paradebeispiel: Rusalka). Oder dass es keinen Sinn macht, ständig ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Stephan Mösch
Das Dortmunder Opernhaus ist eigentlich zu groß für frühbarockes Repertoire. Schon 2011 ließ Jens-Daniel Herzog deshalb für Cavallis L'Eliogabalo nur bis zur 16. Reihe Plätze vergeben. Bei Monteverdis Poppea, die er nun inszeniert hat, geht er in Sachen Intimität noch einen Schritt weiter und bittet das Publikum auf die Bühne. Ganze 270 Plätze sind auf zwei steil...
Herr Pirgu, Sie stammen aus Albanien. Nicht unbedingt das Land der Oper schlechthin!?
Bei uns war immer nur Diktatur.
Aus anderen kommunistischen Staaten sind viele Sänger hervorgegangen.
Aus Albanien kommen nur Geiger. Unser System war so. Schon in die Kindergärten wurden Mitglieder einer Kommission geschickt, um Talente auszusortieren. Ich war sechs Jahre alt, als...
Was macht eine Primadonna aus? Das Auffällige, Schräge, das sich gut vermarkten lässt? Spektakuläre Auftritte in den Medien? Die Kapricen, das exaltierte Gehabe wie im Vorspiel zu Richard Strauss’ und Hugo von Hofmannsthals Ariadne auf Naxos? Krassimira Stoyanova spielt dies an der Wiener Staatsoper zwar gekonnt aus, doch widerspricht sie sich mit dieser...
