Der Abend der Stoyanova

Strauss: Ariadne auf Naxos Wien / Staatsoper

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Was macht eine Primadonna aus? Das Auffällige, Schräge, das sich gut vermarkten lässt? Spektakuläre Auftritte in den Medien? Die Kapricen, das exaltierte Gehabe wie im Vorspiel zu Richard Strauss’ und Hugo von Hofmannsthals Ariadne auf Naxos? Krassimira Stoyanova spielt dies an der Wiener Staatsoper zwar gekonnt aus, doch widerspricht sie sich mit dieser Darstellung eigentlich selbst. Denn außerhalb der Bühne ist sie all dies nicht: nicht kapriziös, nicht geziert, nicht mediengeil.

Vielleicht ist dies auch ein Grund, warum sie – als Sängerin zweifellos eine große Primadonna unserer Zeit – auf der Silberscheibe noch unterrepräsentiert scheint.

Immerhin hat sie für ihre CD Slavic Operas nun den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 2012 erhalten, und zwar aufgrund ihrer «hinreißend genauen, alle Seelen(un)tiefen der Figuren emphatisch auslotenden Charakterstudien». Besser könnte man auch ihre Darstellung der Ariadne nicht beschreiben: Sie ist verwundbar, verinnerlicht, tief empfunden. Vokal scheint Stoyanova in dieser Partie derzeit beinahe konkurrenzlos. Ihr so farbenreicher Sopran blüht wunderbar auf, überzeugt durch Fülle und Rundung. Jeder Ton ist beherrscht, dennoch nie ...

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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Gerhard Persché

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