Sketche am roten Faden
Die vielleicht wichtigste Aufführung der aktuellen Saison am Teatro Real in Madrid ist die Neuproduktion von «Il barbiere di Siviglia», die als Joint Venture mit dem Teatro São Carlos in Lissabon entstand. Nicht nur, weil das Stück zu den beliebtesten Opern des Repertoires gehört und in Spanien spielt. Sondern vor allem, weil für diesen «Barbiere» eine spektakuläre Besetzung aufgeboten war und im Orchestergraben ein Spezialist des Belcanto-Genres den Taktstock führte.
Die Inszenierung hatte Emilio Sagi übernommen, Intendant des Teatro Real und ein Mann, der sich auf dem Feld der Komödie zu bewegen weiß wie ein Fisch im Wasser. Auch mit Rossini hat er bereits gute Erfahrungen gemacht, etwa im Rahmen des Festivals von Pésaro.
Mit seiner szenischen Deutung des «Barbiere» wollte Sagi offensichtlich niemanden brüskieren, sondern eher den komischen Esprit des Komponisten beleuchten. Zur Ouvertüre beherrschen einige Diener in schwarzen Gehröcken das Bild. Die schwarz-weiß gehaltene Bühne von Llorenç Corbella zeichnet sich durch einige wunderbar-witzige Details aus, etwa das auf Papier gemalte Konterfei Rossinis, das, frei nach Andy Warhol, in vielfacher Ausfertigung den Raum ziert und ...
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Opernwelt März 2005
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Rafael Banús, Übersetzung: Jeanine Wahl
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Etwas linkisch steht der junge Mann vor den zumeist älteren Herren, die ihn stumm und kühl anblicken. Es wäre übertrieben, würde man behaupten: Sie mauern. Aber skeptisch sind sie schon. Er redet viel und keineswegs auf den Punkt. Seine Witze, die auflockern wollen, verpuffen, weil ihre Pointen nicht sitzen. Nein, Carlos Kleiber hatte es nicht leicht, als er 1970...
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Eben die besondere Herausforderung. Und die...
