Singulär
Gemessen am Mainstream und Verkaufsdruck des Klassikmarktes, klingt es geradezu paradiesisch: Palazzetto Bru Zane, das in Venedig ansässige, privat finanzierte Zentrum für französische Musik des 19. Jahrhunderts (siehe OW 1/2013), baut sein Programm und sein internationales Netzwerk weiter aus. Florence Alibert, die Generaldirektorin, und Alexandre Dratwicki, der wissenschaftliche Leiter, stellten jetzt in Rom ihre aktuellen Projekte vor. Musiktheater spielt dabei eine große Rolle.
Nach der Unterstützung von Meyerbeer-Konzerten in Berlin und Rom steht im Januar 2015 die Wiederentdeckung von Charles Gounods später Oper «Cinq-Mars» aus dem Jahr 1877 an. Das Münchner Rundfunkorchester, einer der wichtigen deutschen Partner, spielt unter Ulf Schirmer; Véronique Gens und Charles Castronovo singen die Hauptpartien. Zu den weiteren Entdeckungen gehört Louis-Ferdinand Hérolds 1832 uraufgeführte Oper «Le Pré aux clercs» – ein Stück, das sich, vier Jahre vor Meyerbeers «Huguenots», auf die Bartholomäusnacht bezieht (Musikalische Leitung: Paul McCreesh, März/April 2015). Der Dirigent Francois-Xavier Roth setzt sich für Félicien Davids «Symphonische Ode» über «Christophe Colomb» ein (zwei ...
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Opernwelt November 2014
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Stephan Mösch
Um mit der Tür ins Haus zu fallen: Musikalisch waren die «Meistersinger» zur Eröffnung der neuen Saison im Theater am Goethplatz fürwahr meisterlich. Markus Poschner und die Philharmoniker, hoch auf einem Stahlgerüst hinter den Sängern platziert, zeigten sich vom ersten bis zum letzten C-Dur-Akkord in glänzender Verfassung, ließen das festliche Gepränge der...
Hannover hat sich in den letzten Monaten aus der Geschichte Größe geborgt. Mit einer vielgestaltigen Landesausstellung und etlichen Kunstereignissen feiert man die Personalunion mit Großbritannien. Oder wie es der Titel der Ausstellung allen Nichthistorikern erklärt: «Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714 – 1837». Vor 300 Jahren bestieg der Kurfürst aus...
Es ist geschafft. Die Festspiele in Pesaro haben alle 38 überlieferten Rossini-Opern vorgestellt – die 1813 für die Mailänder Scala komponierte Seria «Aureliano in Palmira» war die letzte (sieht man von dem Pasticcio «Eduardo e Cristina» ab). Die Wiederentdeckung dieses Œuvres für die Bühne ging nicht nur mit der Herkulesaufgabe einer historisch-kritischen Edition...
