Vier Tenöre, viele Ziegen

Mit «Armida» und «Aureliano in Palmiro» hat das Festival in Pesaro alle überlieferten Opern Rossinis aufgeführt. Doch die jüngste Saison zeigte auch, dass die Zeit reif ist für eine neue Leitung

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Es ist geschafft. Die Festspiele in Pesaro haben alle 38 überlieferten Rossini-Opern vorgestellt – die 1813 für die Mailänder Scala komponierte ­Seria «Aureliano in Palmira» war die letzte (sieht man von dem Pasticcio «Eduardo e Cristina» ab). Die Wiederentdeckung dieses Œuvres für die Bühne ging nicht nur mit der Herkulesaufgabe einer historisch-kritischen Edition einher, die bis heute nicht abgeschlossen ist. Von dem Städtchen an der Adria aus eroberten auch viele dieser weitgehend vergessenen, oft aus Unkenntnis übel beleumundeten Werke die Theater der Welt.

Pesaro steht für eine Rossini-Renaissance. Eine Neubewertung des Komponisten, die nicht nur Musikologenplaisier blieb, sondern auch massiv in die Repertoirepraxis ausstrahlt.

Das nicht zuletzt deshalb, weil das Festival stilbildend für den Umgang mit Belcanto-Repertoire wirkte. Zunächst versammelte man hier die (meistenteils amerikanischen) Vokalmeister des Ziergesangs, später gab die von Alberto Zedda geleitete Rossini-Akademie jungen Sängern den letzten Schliff. Karrieren wie die von Juan Diego Flórez, Joyce DiDonato, Olga Peretyatko, Antonino Siragusa oder Michael Spyres nahmen hier ihren Anfang. So sind wir heute in der ...

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Opernwelt November 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Manuel Brug

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