Sinatra kann man nicht toppen
Herr Mattei, im neuen Berliner «Tannhäuser» von Sasha Waltz sangen Sie einen fantastischen Wolfram. Ein Rollendebüt?
Nein, das schien nur so. Ich hatte die Rolle schon vor acht Jahren an der Mailänder Scala gesungen. Es war ein großer Erfolg, aber ich habe den Wolfram nicht wieder angeboten bekommen.
Wie ist das möglich?!
Das sind die unergründlichen Wege der Besetzungspolitik. Es gibt Fälle, wo man durch ein geglücktes Debüt gleich in ein ganz anderes Fach und Fahrwasser hineingerät. Was auch gefährlich sein kann.
Und es gibt den gegenteiligen Fall. Ob man engagiert wird oder nicht, hängt zum Beispiel davon ab, wer die betreffenden Aufführungen gesehen hat. Und ob darüber berichtet wurde. Bei Wolfram war es so, dass ich die Rolle sogar selbst mehreren Theatern angeboten habe. Ich hätte sie sehr gern schon früher wieder gesungen. Aber niemand wollte.
Singen Sie die Rolle heute anders als vor acht Jahren?
Ja, damals hatte ich noch nicht Amfortas gesungen. Dieser Amfortas in «Parsifal» ist eine in sich ruhende Figur, die sich kaum entwickelt. Ganz anders Wolfram, der im Grunde genommen vier verschiedene Rollen umfasst. Sowohl vom Ausdruck her als auch im Hinblick auf die Tessitura. Man ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2014
Rubrik: Interview, Seite 26
von Kai Luehrs-Kaiser
In der spektakulären Optik von Achim Freyer gerieten die zu seinen herausragenden Werken zählenden drei sogenannten Porträt-Opern von Philip Glass – in der Reihenfolge «Satyagraha», «Echnaton» und «Einstein on the Beach» – zu den großen künstlerischen Erfolgen der Stuttgarter Oper in den Jahren vor Klaus Zehelein. Denkbar, dass von jenen auch äußerst...
Paul Curran verlegt Händels Merowinger-Oper «Faramondo» (1738) in ein viktorianisches Spielcasino. Während man damit beschäftigt ist, die kleinen Geschichten aus dem «Paten»-Milieu, die sich der Schotte für Solisten und Statisterie ausgedacht hat, zu entziffern, verpasst man die herrliche Ouvertüre, die vom FestspielOrchester Göttingen unter Laurence Cummings...
Das Singen war hier strengstens verboten. Sogar zu Weihnachten. Wer es am Heiligabend wagte, leise, nur für sich, in der Zelle die traditionellen Lieder anzustimmen, wurde mit Arrest bestraft. Im Cottbuser Zuchthaus galten besonders harte Haftbedingungen, denn hier sperrten die DDR-Machthaber ihre politischen Gefangenen weg. Um sie zu demütigen – und dann für harte...
