O Freiheit! Du kehrst zurück
Das Singen war hier strengstens verboten. Sogar zu Weihnachten. Wer es am Heiligabend wagte, leise, nur für sich, in der Zelle die traditionellen Lieder anzustimmen, wurde mit Arrest bestraft. Im Cottbuser Zuchthaus galten besonders harte Haftbedingungen, denn hier sperrten die DDR-Machthaber ihre politischen Gefangenen weg. Um sie zu demütigen – und dann für harte Devisen an die Bundesrepublik zu verkaufen. 3,5 Millionen D-Mark erbeutete die SED ab 1963 durch diese perfide Form des Menschenhandels.
Wenn nun das Staatstheater Cottbus im Innenhof der ehemaligen Haftanstalt Beethovens «Fidelio» spielt, dann berührt den Besucher die Aura des authentischen Ortes unmittelbar. Vor allem, wenn er zuvor jenen Zellentrakt besucht hat, auf den er dann den ganzen Abend lang von der Zuschauertribüne aus schauen wird. Hier sind die Schicksale der Opfer dokumentiert, an der Ausstellung haben ehemalige Insassen mitgearbeitet. Ja, mehr noch: Sie haben das gesamte Gelände erworben und zur Gedenkstätte umgebaut, erinnern als Menschenrechtsverein daran, dass die Freiheit, in der wir leben, für Millionen keine Selbstverständlichkeit ist.
So ist es nur folgerichtig, wenn der Backsteinbau des ...
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Opernwelt August 2014
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Frederik Hanssen
Klassische Surfer werden hier nicht glücklich. Doch wer weiß, was er sucht, kann sich auf Hör-Abenteuer in bester Klangqualität freuen. Ein Name, ein Titel, ein Schlagwort in der Suchleiste und ein Klick auf die Lupe reichen – schon kann es losgehen. Ursprünglich als Kommunikationsplattform für (Pop-)Musiker gedacht, hat sich SoundCloud (https://soundcloud.com)...
Der Komponist Gerhard Stäbler (Jahrgang 1949) gehört zu den Künstlern, die auf Messers Schneide operieren. Die gleichermaßen der angeblich reinen Autonomie des Ästhetischen (zumal der Systemgläubigkeit der Darmstädter Serialismus-Schule, die so monolithisch-dominant freilich gar nicht war) wie der Traditionsgattung Oper misstrauen, aber auch dem postmodernen...
Exakt 45 sind es. Heißt es. Und dass man Lust und Zeit hat, sie zu zählen, ist symptomatisch. Ein lautloses Spektakel. Riesige grau-metallische Röhren, die in Gruppen auf- und niederfahren, sich neigen bis zur Horizontalen, Blicke freigeben und wieder verstellen, das ist das Meisterstück der Schnürboden-Verwalter im Münchner Nationaltheater und von Bühnenbildner...
