Schillerndes Psychodrama
Henry James’ berühmte Novelle «The Turn of the Screw» hat seit ihrem Erscheinen 1898 nicht nur zahlreiche Dramatisierungen, sondern auch etliche Versuche inspiriert, die rätselhafte Geschichte einer Gouvernante, die in den Bann zweier vermeintlich von Gespenstern – den Wiedergängern ihrer verblichenen Diener – heimgesuchter Kinder gerät, mit cineastischen Mitteln darzustellen.
Der britische Regisseur Jack Clayton zum Beispiel subsumierte den Stoff in seinem Spielfilm «The Innocents» (1961), der im deutschsprachigen Raum unter dem treffenderen Titel «Schloss des Schreckens» vertrieben wurde, dem Genre des romantischen Schauerromans: Das Unheimliche, Ungreifbare dient hier als Folie für eine Dramaturgie dezenter Gruseleffekte.
Spuren einer auf subkutanen Horror zielenden Bildersprache weist auch die von Katie Mitchell an «authentischen» Schauplätzen (englisches Schloss, Kirche, Friedhof, Wald, See), in viktorianischer Ausstattung inszenierte BBC-Verfilmung der Kammeroper, mit der sich Benjamin Britten 1954 – im Auftrag der Biennale Venedig – einen eigenen Reim auf «The Turn of the Screw» machte (siehe OW 7/2005). Zwar konterkariert in diesem 2004 gedrehten Fernsehspiel der Wink mit ...
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